Gottesdienst
31. Juli 2005, in Wilhelmsdorf um 10.00 Uhr
Kuriositäten:
Die am schnellsten beendete Fahrprüfung
Lange Zeit wurde der Rekord von Mrs Helen Ireland aus Auburn (Kalifornien)
gehalten, deren Fahrprüfung nach etwa einer Sekunde beendet war (sie hatte
offensichtlich das Gaspedal mit der Kupplung verwechselt und den Wagen
gegen die Mauer des Prüfungs-Gebäudes gefahren). Bis zum Jahr 1981 schien
diese Leistung unschlagbar zu sein, als ein Auto-Mechaniker mit Namen
Thomson durch die Fahrprüfung fiel bevor der Prüfer überhaupt in das Auto
eingestiegen war. Nachdem er am Prüfungs- Gebäude angekommen war hatte er
gehupt, um den Prüfer herbeizurufen. Der Prüfer kam aus dem Gebäude,
erklärte dem Prüfling, dass es illegal sei in einem parkenden Auto die
Hupe zu betätigen, dass er durchgefallen sei und ging wieder in das
Gebäude zurück. Derartige Genialität kann man nicht lernen, man muss mit
ihr geboren werden !
Die am wenigsten
erfolgreiche Flucht
Ein Bankräuber in Malta stellte eine neue Weltbestleistung auf, als er
eine Bank in Valletta überfiel, den Angestellten das Geld abnahm, mit dem
Geld aus der Bank stürzte, über die Strasse rannte und dort an einer
Bushaltestelle wartete. Fünfzehn Minuten später wurde er (es war noch kein
Bus gekommen) von einem vorbeikommenden Polizisten verhaftet der Verdacht
geschöpft hatte, weil der Mann über 3000 druckfrische Banknoten in den
Händen hielt.
Wie man seine
Verwandten besucht
Die Kunst des Verwandten-Besuchs wurde perfektioniert als Dr John Fellows
aus Dorset im März 1984 beschloss seine Tochter in New York zu besuchen.
Bei der Ankunft am John F. Kennedy Flughafen stellte er fest, dass er die
Adresse seiner Tochter vergessen hatte. Dies allein stellt natürlich keine
besondere Leistung dar, die meisten von uns wären dazu in der Lage
gewesen. Dr Fellows Brillianz zeigte sich erst als er festellte, dass er
sich auch an den Namen seiner Tochter nicht mehr erinnern konnte. Er
verbrachte einige Stunden auf dem Flughafen mit dem Versuch sich zu
erinnern, bevor er den nächsten Flug zurück nach England nahm. "Ich war
müde", erklärte er.
Kuriositäten. Kuriose
Persönlichkeiten. Wahrscheinlich würden wir auch den Psalmbeter als
kuriose Persönlichkeit bezeichnen. Über ihn schmunzeln und lächeln. Er hat
schon interessante Ansichten. Nur drei davon:
1. Teil, V. 6-7: Der
Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir
Menschen tun? Der Herr ist mit mir, mir zu helfen; und ich
werde herabsehen auf meine Feinde.
Martin Luther schreibt über
diesen Psalm: „Es ist mein Psalm, den ich lieb habe. Obwohl der ganze
Psalter und die Heilige Schrift im ganzen, die mein einziger Lebenstrost
ist, mir auch lieb sind, bin ich doch besonders an diesen Psalm geraten,
dass er der meine heißen und sein muss. Denn er hat sich auch gar oft
redlich um mich verdient gemacht und mir aus manchen großen Nöten
geholfen, wo mir sonst kein Kaiser und keine Könige, Weisen, Klugen oder
Heiligen hätten helfen können. Und er ist mir lieber als des Papstes,
Türken, Kaisers und aller Welt Ehre, Gut und Macht; ich würde auch gar
ungern diesen Psalm mit ihnen allen tauschen.“
Es ist mein Psalm. Ich darf
wissen: der Herr ist mit mir. Das schlimmste wäre, wenn ich an irgendeiner
Stelle in meinem Leben die Gewissheit verloren hätte: Der Herr ist mit
mir. Wenn ich auf mich alleine angewiesen wäre. Wenn ich auf mich allein
gestellt wäre. Zugegeben, es gibt solche Schnittstellen im Leben, wo man
die Gewissheit verlieren kann. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
verlassen. Haben Sie noch diese
Gewissheit, der Herr ist mit mir? Ist das ihr Teil: Der Herr ist
mit mir? Wenn diese Gewissheit nicht mehr besteht, lassen Sie es nicht
schleifen. Gehen sie nicht leichtfertig darüber hinweg. Tun Sie was dafür,
dass sie wieder zur Gewissheit kommen. „Der Herr ist mit mir.“ Stellen Sie
sich vor, wie das ist, ohne Furcht vor den Menschen zu leben. Wie das ist,
wenn sie auf ihre Feinde herabsehen und nicht sie sich vor ihnen ducken
müssen.
2. Teil, V. 8-9: Es ist
gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf
Menschen. Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich
verlassen auf Fürsten.
Unser Leben ist geprägt von
Zweifel und Gewissheit. Es ist gut, das wir geheiratet haben. Ist es
wirklich gut? Es ist gut, das wir die Kinder auf diese Schule zu schicken.
Ist es wirklich gut? Es ist gut, dass Mutter in dieses Pflegeheim kommt.
Ist es wirklich gut? Es ist gut, dass ich mich für diesen Arbeitsplatz
entschieden habe. Ist es wirklich gut? Beim Psalm 118 kommt es mir so vor,
als dass der Beter genau diese innere Spannung von Zweifel und Gewissheit
durch eine längere Zeit durchgemacht hat, aushalten musste. Er hat es oft
gehört: Vertraut auf den Herrn für immer! Es ist gut, dass wir auf den
Herrn vertrauen. Ist es wirklich gut? Sollte man nicht lieber. Wäre es
nicht besser dass. Und hat man sich überhaupt überlegt,… Nach langer Zeit
der Zerrissenheit zwischen Zweifel und Gewissheit, vor allem aber nach
vielen Erfahrungen erhebt der Psalmist dann väterlich, seelsorgerlich die
Stimme und bekennt: wisst ihr, es ist schon gut, auf den Herrn vertrauen.
Legen Sie mal ihre Entscheidungen auf
eine Wagschale: Entscheidungen die mit Gottvertrauen gefällt werden,
Entscheidungen die ohne Gottvertrauen gefällt werden. Wo geht die Schale
runter? In irgendeinem Souvenierladen: Lutscher gefunden mit
Aufschrift „Tus einfach!“ Es ist gut, auf den Herrn vertrauen, (Hebr.:
David hier, dass es „weiser, sicher, moralisch richtiger, mehr sichtlich
und in seinem Resultat glückserstrebend“) weil man mit ganzer
Gelassenheit Dinge tun darf und kann, bei denen man sich fest verankert,
verwurzelt und verbunden wissen darf in dem, dem man sich „vertraut“,
„anvertraut“, „rückversichert“ hat. Barton Bouchier macht die Bemerkung,
dass dieser Vers 8 in Psalm 118 die Mitte der Bibel sein kann, da die
Bibel anscheinend 31174 Verse hat und dies Vers 15587 sein soll. Ob Mitte
der Bibel? Aber machen wir ihn zur Mitte, zum Zentrum der Entscheidungen.
3. Teil, V. 10-12: Alle Heiden
umgeben mich; aber im Namen des Herrn will ich sie abwehren.
Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des Herrn
will ich sie abwehren. Sie umgeben mich wie Bienen, sie entbrennen wie ein
Feuer in Dornen; aber im Namen des Herrn will ich sie
abwehren.
Wie schätzen sie sich selber ein? Sehen Sie
sich als Draufgänger? Eher als Leisetreter? Sind sie ein echter Gottheld,
oder ein Teufelskerl? Strotzen Sie vor Mut, Kraft und Zuversicht?
Fühlen Sie sich tüchtig genug?
Sagen Sie mal kurz zu ihrem Nachbarn, wie sie sich selbst einschätzen.
„Selbsteinschätzung“. Der Psalmist kommt bei der Selbsteinschätzung zum
Ergebnis: ich bin von Natur aus nicht der Kämpfertyp. Mir ist der
Siegertyp nicht in die Wiege gelegt worden. Ein Held? Ich nicht! Aber im
Namen des Herrn will ich sie abwehren. Im Namen des Herrn – das ist schon
eine andere Liga, eine andere Kategorie, als das, was wir in und mit
unserem eigenen Namen, auf eigene Kappe, auf eigene Rechnung, in
Eigenverantwortung tun können. Jesus sagt: „Was ihr bitten werdet in
meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im
Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“
(Johannes 14) Jünger Jesu wird folgende Tüchtigkeit bescheinigt: “Die
Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: in
meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden,
Schlagen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken,
wird´s ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so
wird´s besser mit ihnen werden.“ (Markus 16) Jünger Jesu erleben ihre
Tüchtigkeit: „Und die Zweiundsiebzig aber kamen zurück voll Freude und
sprachen: Herr, auch die bösen Geister sind uns untertan in deinem Namen.“
(Lukas 10) Der Psalm fordert uns heraus zu einer Selbsteinschätzung und zu
einer neuen Wertschätzung des Namen Gottes.
Von dieser neuen Tüchtigkeit lesen wir auch
in der Apostelgeschichte. Petrus und Johannes im Tempel. Ein Bettler
wartet auf die milde Gabe von Petrus und Johannes. Petrus aber sprach:
„Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im
Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher. Sogleich wurden
sein Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehe und ging
mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und dann
kommt es zur Diskussion: haben die das aus eigener Kraft gemacht? Nein,
sagt Petrus, „was seht ihr auf uns, als hätten wir durch eigene Kraft oder
Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? Im Namen Jesu Christi von
Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat;
durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Das ist der Stein, von euch
Bauleuten verworfen, der ist zum Eckstein geworden.“
Und da schließt sich der Kreis
zum Psalm 118. Man weiß nicht genau, an welchem Tag dieser Psalm gesungen
wurde und auf welchen konkreten Tag sich der Vers bezieht: „Dies ist der
Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein“ Zur
Tempelweihe? Oder zum Herbstfest? Ist es eher ein Osterpsalm. Oder ein
Weihnachtspsalm? Fest steht aber: jeder Tag der etwas mit dem Namen des
Herrn zu tun hat, jeder Tag, an dem im Namen des Herrn gehandelt wird,
jeder Tag, an dem Menschen beginnen, an den Namen des Herrn zu glauben,
ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Denn letzten Endes ist „in keinem
andern das Heil, auch ist kein anderer Name den Menschen gegeben, durch
den wir sollen selig werden sollen.“ Ich hatte letzte Woche ein Gespräch
mit einem Menschen, durch den zwei Jugendliche zu Tode gekommen sind.
Jetzt kommt er mit seiner Schuld nicht mehr zurecht. Versuchen sie mal, in
ihrem eigenen Namen mit Schuld zurecht zu kommen! Kein Name unter dem
ganzen Himmel wird ihnen weiterhelfen! Nur im und durch den Namen Jesu ist
es möglich, ganz neu lebenstüchtig und lebenstauglich zu werden. Im Sinne
des Psalmisten: im Namen des Herrn will ich sei abwehren.
Der Heilige Benedikt
schreibt in seiner Ordensregel DIE
BENEDIKTUSREGEL Kapitel 18: Die Ordnung der
Psalmen „23 Jeder von euch achte unter allen Umständen darauf, dass jede
Woche der ganze Psalter mit den 150 Psalmen gesungen und am Sonntag stets
von vorn begonnen wird. 24 Denn Mönche, die im Verlauf einer Woche weniger
singen als den ganzen Psalter, sind zu träge im Dienst.“
(Pfr. Heiko Bräuning)