Familiengottesdienst 2. Weihnachtstag am 26. Dezember 2004 um 10.00 Uhr in Wilhelmsdorf

Joh. 8,12 Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.
14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wißt nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe.
15 Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand.
16 Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht; denn ich bin's nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.

Es war ziemlich dunkel. Und es war kalt. Schnee lag über der Landschaft. Am ersten Abend einer Konfirmandenfreizeit machten wir eine Nachtwanderung. Wir waren auf dem Bodenseehof in Fischbach. Es hat einen Hauch von Abenteuer. Die Konfirmanden haben fast alle eine Taschenlampe dabei. Licht hat eine faszinierende Anziehungskraft.
Wir brauchen Licht, um uns zurechtzufinden. In Dunkelheit können wir uns nicht orientieren. Höchstens durch Tasten. Aber das ist sehr mühsam.

Ohne Licht entsteht aber ein noch ein viele größeres Problem. Es kann nichts wachsen. Pflanzen brauchen Licht. Es ist ihre Energiezufuhr. Davon leben sie. Wenn das fehlt, gehen sie ein. Letztlich hängen auch Tiere und wir Menschen davon ab. Und so könnten wir auf längere Sicht gar nicht leben ohne Licht. Es macht keinen großen Unterschied, ob wir das wissen oder nicht; wie es auch ohne Sauerstoff nicht leben können, gleichgültig ob wir‘s wissen oder nicht.

Deshalb ist Licht ein Bild für das Leben, ein Symbol. Es sagt uns: Davon lebst du.

An Weihnachten zünden wir viele Lichter an. Genau um dieses Symbol zu unterstreichen.

Jesus hat dieses Bild auf sich bezogen. Er ist das Licht, ohne das wir nicht leben können. An Weihnachten ist dieses Licht zu uns gekommen.
Mit ihm können wir etwas sehen, und müssen nicht hinfallen. Wir können uns orientieren. Wir finden den Weg.

Mit ihm bekommen wir Kraft aus der Quelle des Lebens.

Mit ihm sind wir auf Gott ausgerichtet.

Jesus hat einen ungeheuer hohen Anspruch. Er sagt nicht, er sei für uns ein Licht, sondern das Licht. Nicht eines von mehreren anderen. Also nicht so, dass da viele andere große religiöse Figuren auch Lichter wären. Sie mögen manche guten Gedanken gehabt haben. Aber sie eröffnen uns nicht den Zugang zu Gott. Keiner von ihnen war Gottes Sohn. Keiner von ihnen hat unsere Schuld getragen. Nur er allein, Jesus. Andere können höchstens so etwas wie Spiegel sein.

Ein Spiegel ist nicht selbst eine Lichtquelle. Sondern er ist auf die Lichtquelle angewiesen und kann Licht in eine bestimmte Richtung lenken, manchmal sogar konzentrieren, wie etwa ein Brennspiegel.

Wir können solchen Spiegel sein, die das Licht Jesu weitergeben.
Wenn wir uns freuen
Wenn wir ihn loben
Wenn wir andere an unserem Glauben und an unserer Verbindung zu Jesus Anteil geben, mitteilen. Amen.
 

(Pfr. Dr. K. Knauß)                                    

  

 

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