Gottesdienst am 30. März 2003, in Wilhelmsdorf

Joh. 13, 1 - 38

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

1Unmittelbar vor dem Passahfest wusste Jesus, dass für ihn die Zeit gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zu gehen. Er hatte die Menschen in der Welt, die zu ihm gehörten, immer geliebt, und er liebte sie bis zum Ende.

2Jesus und seine Jünger waren beim Abendessen. Der Teufel hatte Judas, dem Sohn von Simon Iskariot, schon den Gedanken eingegeben, Jesus zu verraten. 3Jesus wusste, dass der Vater ihm die Macht über alle Dinge gegeben hatte. Er wusste, dass er von Gott gekommen war und bald wieder bei ihm sein würde. 4Er stand vom Tisch auf, zog sein Oberkleid aus, band sich ein Tuch um 5und goss Wasser in eine Schüssel. Dann machte er sich daran, seinen Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Tuch abzutrocknen.

6Als er zu Simon Petrus kam, sagte der: "Du, Herr, willst mir die Füße waschen, Du mir?" 7Jesus antwortete ihm: "Was ich tue, kannst Du jetzt noch nicht verstehen, aber später wirst Du es begreifen." 8Petrus widersetzte sich: "Niemals sollst Du mir die Füße waschen!" Jesus antwortete: "Wenn ich Dir nicht die Füße wasche, hast Du keinen Anteil an dem, was ich bringe."

9Da sagte Simon Petrus: "Wenn es so ist, dann wasche mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!" 10Aber Jesus erwiderte: "Wer gebadet hat, der ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Ihr seid alle rein - bis auf Einen." 11Jesus wusste, wer ihn verraten würde. Deshalb sagte er: "Ihr seit alle rein, bis auf Einen."

12Nachdem Jesus ihnen die Füße gewaschen hatte, zog er sein Oberkleid wieder an und kehrte zu seinem Platz am Tisch zurück. "Begreift Ihr, was ich eben für Euch getan habe?" fragte er sie. 13"Ihr nennt mich Lehrer und Herr. Ihr habt recht, das bin ich. 14Ich bin Euer Herr und Lehrer, und doch habe ich Euch eben die Füße gewaschen. Von jetzt an sollt Ihr Euch gegenseitig die Füße waschen. 15Ich habe Euch ein Beispiel gegeben, damit auch Ihr so handelt, wie ich an Euch gehandelt habe. 16Ich sage Euch: ein Diener ist nicht größer als sein Herr, und ein Bote ist nicht größer als sein Auftraggeber. 17Das wisst Ihr jetzt; Freude ohne Ende ist Euch gewiss, wenn Ihr auch danach handelt!

18Ich meine nicht Euch alle. Ich weiß, wen ich erwählt habe; aber was die heiligen Schriften vorausgesagt haben, muss eintreffen. >Einer, der mein Brot gegessen hat, hat sich gegen mich gewandt.< 19Ich sage Euch dies jetzt, bevor es eintrifft. Wenn es dann so kommt, werdet Ihr glauben, dass ich der bin, an dem sich alles entscheidet. 20Ich versichere Euch: Wer einen Menschen aufnimmt, den ich gesandt habe, der nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat."

Jesus und sein Verräter
21Als Jesus das gesagt hatte, wurde er sehr traurig und sagte ihnen ganz offen: "Ich versichere Euch: Einer von Euch wird mich verraten." 22Seine Jünger sahen sich ratlos an, sie konnten sich nicht vorstellen, wen er meinte. 23Der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte, saß neben ihm. 24Simon Petrus gab ihm durch ein Zeichen zu verstehen: "Frag Du ihn, von wem er spricht!" 25Da rückte er näher an Jesus heran und fragte: "Herr, wer ist es?" 26Jesus antwortete: "Ich werde ein Stück Brot eintauchen, und wem ich es gebe, der ist es." Er nahm ein Stück Brot, tauchte es ein und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot.

27Sobald Judas das Brot genommen hatte, nahm der Satan von ihm Besitz. Jesus sagte zu ihm: "Beeile Dich und tu, was Du zu tun hast!" 28Keiner von den Übrigen am Tisch begriff, was Jesus zu ihm sagte. 29Da Judas das Geld verwaltete, dachten manche, Jesus habe ihn beauftragt, die nötigen Einkäufe für das Fest zu machen, oder er habe ihn angewiesen, den Armen etwas zu geben. 30Judas aß das Stück Brot, dann ging er sofort hinaus. Es war Nacht.

Das neue Gebot
31Nachdem Judas sie verlassen hatte, sagte Jesus: "Jetzt wird die Herrlichkeit des Menschensohns sichtbar und durch ihn Gottes eigene Herrlichkeit. 32Wenn aber der Menschensohn die Herrlichkeit Gottes sichtbar gemacht hat, dann wird Gott ihm dafür auch seine eigene Herrlichkeit schenken. Und das wird bald geschehen. 33Ich bin nicht mehr lange bei Euch, meine Kinder; dann werdet Ihr mich suchen. Aber ich sage Euch dasselbe, was ich schon den Anderen gesagt habe: Wohin ich gehen, dorthin könnt Ihr nicht kommen.

34Ich gebe Euch jetzt ein neues Gebot, das Gebot der Liebe. Ihr sollt einander genauso lieben, wie ich Euch geliebt habe. 35Wenn Ihr einander liebt, werden alle erkennen, dass Ihr meine Jünger seid."

Jesus und Petrus
36"Wohin willst Du gehen?" fragte ihn Simon Petrus. Jesus antwortete: "Wohin ich gehe, dorthin kannst Du mir jetzt nicht folgen, aber später wirst Du nachkommen." 37Warum kann ich jetzt nicht nachkommen?" fragte Petrus. "Ich bin bereit, für Dich zu sterben!" 38"Für mich sterben?" erwiderte Jesus. "Ich will Dir sagen, was Du tun wirst: Bevor der Hahn kräht, wirst Du dreimal behaupten, dass Du mich nicht kennst."

Sie denken nun vielleicht, dass die Predigt heute nur aus einer Schriftlesung besteht. Immerhin haben Sie jetzt bereits 2/7 hinter sich gebracht!

Doch nun zur Fußwaschung. Sie alle kennen sicher eine Situation, in der in einem Gottesdienst oder in einer ähnlichen Veranstaltung diese Fußwaschung tatsächlich wiederholt wurde. Warum Fußwaschung?

Es geht bei uns nicht darum, saubere Füße zu haben, auch wenn der ein oder andere das gerne hätte - oder auch bräuchte! Hier geht es um einen Dienst, den Jesus seinen Jüngern tat - und den wir aneinander auch tun sollen - eigentlich einen Sklavendienst. "Wer von Euch etwas Besonderes sein will, der soll den anderen dienen, und wer von Euch an der Spitze stehen will, soll sich allen unterordnen." (Mt. 20, 26b. 27)

Jesus macht es uns vor: Dienen aus Liebe zueinander: "34Ich gebe Euch jetzt ein neues Gebot, das Gebot der Liebe. Ihr sollt einander genauso lieben, wie ich Euch geliebt habe. 35Wenn Ihr einander liebt, werden alle erkennen, dass Ihr meine Jünger seid." (Joh. 13)

Gehen wir in Wilhelmsdorf so mit einander um, dass die anderen merken, dass wir Nachfolger Jesu sind? Oder schauen wir nicht vielmehr darauf, dass wir selbst nicht zu kurz kommen, dass wir uns nichts gefallen lassen?

Gehen wir nun weiter zum Verrat des Judas: Jesus kennt Judas genau! Er weiß, was dieser vor hat. Dennoch wäscht er auch ihm die Füße, er begegnet ihm liebevoll. Er dient ihm. Er stellt ihn auch nicht bloß vor den anderen Jüngern. Die denken, Judas soll den Armen Almosen geben - als Verwalter der Kasse war er wohl auch sonst dafür verantwortlich. Jesus spricht vor allen anderen in einer Weise mit Judas, die nur Judas versteht. Ich kann mir den Aufstand bildhaft vorstellen, den vor allem Petrus angezettelt hätte, wenn er gewusst hätte, was sich da gerade vor seinen Augen und Ohren entwickelt. Er hätte es sicher zu verhindern gewusst, dass Judas irgendwohin geht. Er hätte vermutlich dafür gesorgt, dass Judas nirgends mehr hingeht! Er hätte vermutlich kurzen Prozess gemacht. Wir doch auch - oder?! Ist es nicht besser, einer muss sterben als ein ganzes Volk? Einer, als die ganze Menschheit?

Von wem wissen wir denn heute, dass er etwas gegen uns unternimmt? Oder, etwas abgeschwächt: Wer handelt so, wie es uns nicht gefällt?

Lassen wir denjenigen einfach gewähren und seine Tat vollbringen?

Ganz sicher nicht! Ganz sicher nicht! Wir würden doch sofort alles in Bewegung setzen, das zu verhindern, wenn wir die Möglichkeit dazu hätten!

Wir würden doch vorbauen und versuchen, einen möglichen Schaden möglichst gering, möglichst klein zu halten. Also, ich kenne da schon Mittel und Wege!

Jesus lässt es aber zu, weil er weiß, dass das zu Gottes Plan gehört! Er kennt den Zusammenhang zwischen Sünde - Tod - Vergebung! Er weiß, dass es besser ist, dass einer sterben muss als die ganze Menschheit. Tatsächlich!

Aber er sieht nicht sich als den, der überleben muss, sondern uns. Wir sollen überleben. Ohne seinen Tod haben wir Menschen keine Chance am Leben zu bleiben. Am Leben nach unserem Tod!

Meinen Konfirmanden erkläre ich es immer so. Wir nehmen jetzt die weiße Tafel in meinem Büro. Oben schreibe ich den Name des Konfirmanden auf, darunter überlegen wir, was er alles getan hat, was in der Bibel als Sünde bezeichnet wird. Da wir in der Gruppe sind, erfinden wir Dinge. Nun kommt die Reue, das Gebet zu Gott, die ernsthafte Bitte um Vergebung. Hier betone ich aber jedes Mal das Wort "ernsthaft". Danach wissen meine Konfirmanden, was jetzt passiert. Ich nehme einen Schwamm und lösche alles, was auf der Tafel steht weg. Die Vergebung wirkt. Es bleibt nur der Name stehen. Die restliche Tafel ist weiß - alles ausgelöscht, alles vergeben. Jesus hat es zugesagt!

Anschließend wiederholen wir diese Prozedur einige Male und dann schwenken wir in das Gericht, das uns allen am Ende der Tage angekündigt ist.

Der Teufel tritt als Ankläger auf, Jesus steht daneben als Verteidiger der Seinen.

Sobald nun der Name meines Konfirmanden aufgerufen wird, aber bevor eine Liste der Verfehlungen verlesen werden kann, steht Jesus auf, unterbricht die Sitzung und sagt: "Stop!" Er zeigt auf den Namen an der Tafel. "Der gehört zu mir! Alles ist vergeben! Der Nächste bitte"!

So stelle ich mir das jüngste Gericht vor. Der zweite Tod hat keine Macht mehr an den Christen, die die Vergebung in Anspruch nehmen! Das ist für mich der Kern des Evangeliums: Es kommt nur auf Jesus an, nur auf meine Beziehung zu ihm und nicht auf das, was ich mehr oder weniger Gutes oder Schlechtes getan habe!

Jesus kennt beim damaligen Abendessen bereits diesen Zusammenhang.

Sein Gehorsam ist doch übermenschlich! Er weiß, dass er Gott mehr gehorchen muss, als seinen Wünschen, dem Drang, seinen Gefühlen nachzugeben. Jesus wollte eigentlich nicht sterben. Schauen Sie nach draußen. Die Sonne scheint, es wird wärmer. Hören Sie einmal. Können Sie die Vögel hören? Ich habe gerade mit einigen Freunden das Joggen wieder angefangen. Da geht es vor allem in den Wald. Jedes Mal, wenn wir stehen bleiben um unsere Muskeln etwas zu lockern, wird es ganz still. Wir werden ganz still. Um uns herum ist ein Riesen-Spektakel.

Sie können sich gar nicht vorstellen, wie laut Vögel sein können, wenn drum herum alles still ist. Der Frühling kommt, die Blumen blühen auf, die Bäume bekommen langsam Laub. Alles wird lieblich. Das Herz wird leicht. Das Leben kann so schön sein!

Als Alternativ-Programm dazu: Leiden, Verzweiflung, Schmerzen, Gott-Verlassenheit, Sterben am Kreuz? Jesus wollte eigentlich nicht sterben! Aber er ist gehorsam, gehorsam bis in den Tod!.

Jesus sieht Sie, Jesus sieht mich.

Daher ist er still und duldet. Für mich! Alles was in der Nacht und am folgenden Tag kommt, erträgt er still - für mich! Für Sie! "12Dies ist mein Gebot: Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe. 13Niemand liebt mehr als der, der sein Leben für seine Freunde opfert. 14Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage." (Joh. 15). Vergleichen wir diesen Satz auch mit unserem Text:

"34Ich gebe Euch jetzt ein neues Gebot, das Gebot der Liebe. Ihr sollt einander genauso lieben, wie ich Euch geliebt habe. 35Wenn Ihr einander liebt, werden alle erkennen, dass Ihr meine Jünger seid." (Joh. 13)

Zum Glück sind wir bisher nicht zum Mörder geworden oder waren an einem Mord beteiligt wie dieser Judas. Zum Glück bin ich besser als dieser Judas - mag mancher denken!

Aber Jesus weiß, dass auch wir immer wieder versagen. Er weiß, dass wir oft viel mehr wollen als wir dann wirklich vollbringen. Petrus ist ein stürmischer Mensch. Er gibt sich mit Haut und Haar Jesus hin. Er ist sogar bereit, für Jesus zu sterben. Ehrlich! Er sagt: "Ich bin bereit, für Dich zu sterben!" 38"Für mich sterben?" erwiderte Jesus. "Ich will Dir sagen, was Du tun wirst: Bevor der Hahn kräht, wirst Du dreimal behaupten, dass Du mich nicht kennst."

Jesus weiß auch das. Sie kennen alle die Geschichte, in der Petrus versagt und jämmerlich weint, weil er seine Begrenztheit und seinen mangelnden Mut erkennen muss. Jesus kennt auch Petrus ganz genau. Auch ihm wäscht er die Füße. Auch ihm, der ihn später im Stich lässt. Auch ihm wäscht er die Füße!

Petrus hat wieder einmal nicht verstanden, was Jesus hier tut. Erst lehnt er den Dienst ab, weil er sagt: Du bist der Herr, Du wäschst mir nicht die Füße, höchstens ich Dir! Als Jesus sagt, das muss so sein, will er auch noch die Hände und den Kopf gewaschen haben. Ich sage ja: Mit Haut und Haar will er Jesus nachfolgen.

Jesus wäscht ihm später aber tatsächlich den Kopf: 38"Für mich sterben?" erwiderte Jesus. "Ich will Dir sagen, was Du tun wirst: Bevor der Hahn kräht, wirst Du dreimal behaupten, dass Du mich nicht kennst."

Furchtbare Vorstellung für Petrus! Er wollte zu Jesus gehören und das auch aller Welt sagen.

Er weiß, worauf es ankommt. Später am Abend wird er zum Schwert greifen und Jesus vor allen Soldaten verteidigen. Er stellt sich deutlich sichtbar auf die Seite Jesu. Anmerkung: Mit Sicherheit viel mutiger als ich! Aber: die Verleugnung kommt doch noch!

Bekennen wir uns zu unserem Herrn? Wissen die Menschen um uns herum, dass wir Christen sind? Denken auch wir, dass, wenn wir ein bisschen mehr unsere christlichen Überzeugungen leben - ganz privat, die Welt doch einen Hauch besser werden wird - eventuell? Ganz vorsichtig?

Wissen Sie was? In diesem Bibelabschnitt ist die Rede von Hingabe! Hingabe ohne wenn und aber! Mit Haut und Haar - ohne Kompromisse! "26Wer mir dienen will, muss denselben Weg gehen wie ich und wo ich bin, wird mein Diener dann auch sein. Mein Vater wird jeden, der mir dient, auszeichnen." (Joh. 12). Dies gilt auch heute noch für Sie, für mich!

Noch ein letzter Gedanke:
Vorletzte Woche war ich in einem Ausschuss im OKR in Stuttgart. Dort hörten wir von einem Leitbild eines Evangelischen Gymnasiums. Der Studiendirektor, der das Leitbild geschrieben hat, meinte sehr selbstkritisch:

Woran merken unsere Schüler, deren Eltern und Besucher unserer Schule, dass wir eine evangelische Schule sind?

Wir sagen immer, unser Leben soll so sein, dass man uns unseren Glauben abspürt. Aber: Tut es das wirklich?

Er sagte weiter: Wenn man bei uns in die Eingangshalle kommt, steht man an zentraler Stelle einem - na? Was denken Sie gegenüber? Einem Messgerät für die Fotovoltaikanlage auf dem Dach.

Kein Kreuz, kein Bibelvers. Einem Messgerät!

Botschaft: Wir sind modern, weltaufgeschlossen, ökologisch
verantwortungsbewusst.
Aber evangelisch?
Sind wir als Christen erkennbar?
Welchen Stellenwert hat unser Glaube?

Petrus ist da ganz anders! Er bekennt sich öffentlich zu Jesus. Er hat erkannt, woher die Rettung kommt. Er hat erkannt, dass er von seinem Wissen und Glauben an Andere weiter geben muss. Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über! (Mt. 12, 34) Er geht sogar so weit, dass er, wenn es sein muss, für ihn sterben will.

38"Für mich sterben?" erwiderte Jesus. "Ich will Dir sagen, was Du tun wirst: Bevor der Hahn kräht, wirst Du dreimal behaupten, dass Du mich nicht kennst."

So bin ich! Ich bin feige, wenn es drauf ankommt.

Meine Selbstrechtfertigungen sehen dann so aus:
Sind wir nicht alle recht, so wie wir sind?

Sollte nicht Jeder nach seiner Fasson selig werden?
Wer bin ich, dass ich meinem Mitmenschen sagen sollte, wie er leben soll?

Sollte ich meines Bruders Hüter sein?

Selbst Petrus hat es ja nicht geschafft, Jesus nachzufolgen in einer Zeit, als es kritisch war. Warum dann gerade ich?

Erinnern Sie sich noch an den Wochenspruch, der am Anfang des Gottesdienstes genannt wurde:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh. 12, 24)

Wir sollen nicht nach der Meinung der anderen Menschen um uns herum fragen. Wir sollen fragen, was Gott gefällt, und wie er uns haben möchte. Gott möchte, nicht nur unseren Sonntagvormittag! Gott möchte unser ganzes Leben, unsere Hingabe, unseren Gehorsam - wenn nötig bis in den Tod!.

Er möchte, dass nicht Karriere, nicht viel Geld, nicht viel Weisheit, nicht viele gute Freunde oder viele gute Werke an erster Stelle in unserem Leben stehen, sondern er. Nichts gegen die genannten Dinge, aber sie gehören nicht an die erste Stelle in meinem Leben! Dieser Platz gehört Gott!

Auf dem Weg dahin ist die Gemeinde wichtig. Wir sollen uns gegenseitig ermahnen und zurecht bringen! Aber: in Liebe! Auch wenn's manchmal schwerfällt - in Liebe!

"34Ich gebe Euch jetzt ein neues Gebot, das Gebot der Liebe. Ihr sollt einander genauso lieben, wie ich Euch geliebt habe. 35Wenn Ihr einander liebt, werden alle erkennen, dass Ihr meine Jünger seid." (Joh. 13)

Amen.

(Jochen Hallanzy)

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