|
Gottesdienst am 23. Februar 2003, in Wilhelmsdorf Sämann 1. Teil Warum ist das Wort Gottes ein Same? So sensibel, das es geraubt und zertreten werden kann (von Vögeln V 5 u 12). Geraubtes Wort Gottes. Etwa um Unfug damit zu machen. In deinem Namen Kriege geführt? Missbrauch. das es verdorren kann (6 + 13). Verdorrtes Wort Gottes - was macht denn das für einen lommeligen Eindruck? Das es ersticken kann unter Dornen (V. 7). Ein ersticktes Wort Gottes - dem die Luft draussen ist. Seltsam. Wir kennen doch: 2. Teil: Merken Sie was? Wir sind es, die mit unserer Verfassung, mit unserer Auffassung, mit unserer Beschaffung das Wort Gottes machtlos, wirkungslos, nutzlos machen können. Und zwar nicht für Gott. Sondern für uns! An uns tut das Wort Gottes nichts mehr. Mit uns tut es nichts mehr. Das Wort Gottes wird nur im Kontakt zu uns nutzlos oder wirkungsvoll. Von Gott her gesehen bleibt das Wort, was es immer ist: "Mein Wort, das aus meinem Munde geht wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende." Das Wort Gottes ist aber nicht um Gottes Willen gesprochen, sondern um unser willen. Mit uns soll es etwas tun. Wir sind darauf angewiesen. Darf ich fragen: was spielt denn das Wort Gottes noch für eine Rolle? Ist es gesät und vergammelt? Oder ist es noch fähig, wozu Gott es gesandt hat? Nämlich: "Der Mensch lebt doch nicht allein durch das Brot das er futtert, sondern von jedem Wort Gottes lebt er erst! Deshalb sollten wir uns heute mit uns beschäftigen, um der eventuellen Wirkungslosigkeit des Wortes Gottes auf den Grund zu gehen. V. 15: Sensible Dinge brauchen sensible Behandlung. Brauchen sensible Umgebung. Das Herz ist der richtige Ort. Besser: das feine, gute Herz. Ein feines, gutes Herz? Das ich nicht lache. Wenn sie wüssten, was ich in meinem Herzen immer denke. Was sich im Herzen abspielt, das ist der Wahnsinn. Gott sei Dank, kann es kein Mensch wahrnehmen. Das Gott mein Herz kennt, ist erschreckend. Und ich weiß noch nicht, wie es werden wird, wenn er mich mal mit all den Dingen konfrontiert, die mein Herz sich zurecht denkt, produziert hat. Mein Herz ist hoffnungslos überfordert als guter Boden, als gutes Basis für das Wort Gottes. "Himmel noch mal! Jesus, wenn Du ein feines, gutes Herz suchst, dann such woanders. Bei mir lohnt sich die Suche nicht. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, wenn ich mein Herz ausschütten soll - dann ist da nichts, nichts, nichts feines und gutes dran! Wenn Du nur mit solchen Leuten zu tun haben willst, dann gute Nacht! Nicht mit mir." Und was sagt der Himmel noch mal dazu? Was sagt Gott? Hes 36, 26: Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Mit einem Herzen aus Stein schlagen wir alles kaputt. Aus Stein wächst nichts. Stein ist ein Totschlagargument. Stein ist das unbrauchbarste, untauglichste, nichtsnutzigste Material, aus dem ein Herz sein kann. Aber es wird zu Stein. Schauen Sie sich diesen Stein an: kalt, gefühllos. Ohne Regung. Wie entsteht Stein? Im Wein gibt's durch die Ablagerung den Weinstein. In der Niere bildet sich bei zuviel Ablagerungen der Nierenstein. Im Herz bildet sich bei zuviel Mist der Herzstein. Und die Frau am Brunnen ist ein Beispiel von Mensch, was aus einem steinernen Herzen wird. (Joh 4.) Herzen, die kalt sind wie Hartgeld. "Das steinerne Herz ist das tote Herz, das unempfänglich ist und alle Glieder aktionsunfähig macht." (H.W. Wolff, S. 89) "Wein erfreut des Menschen Herz!" à das steinerne Herz begießen, erfreut von kurzer Dauer. "Wein auf Stein, das lass sein." Oder wie heißt der Spruch? Alle Änderung im Leben fängt mit einem neuen Herzen an. Hes 11: Ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben. Herztransplantation. Herz im AT: Das Bedeutungsspektrum des häufigsten anthropologischen Begriffs hat sich als besonders breit erweisen. So gewiss er die Bereiche des Leiblichen, des Emotionalen, des Intellektuellen und der Willensfunktionen umgreift, so deutlich ist doch festzuhalten, dass die Bibel mit dem Herzen vor allem das Zentrum des bewusst lebenden Menschen ins Auge fasst. Das weithin durchschlagende proprium ist, dass das Herz zur Vernunft berufen ist, insbesondere zum Vernehmen des Wortes Gottes. (H. W. Wolff, Anthropologie S. 90) Im Herz fallen Lebensentscheidungen, Sitz von Gemütsstimmungen (Gefühle: Freude und Kummer, Mut und Angst), Herz ist wie Kopf und Hirn, Vernunft, Einsicht. Hier werden Entschlüsse gefasst. Wir brauchen neue Herzen. Damit das Wort Gottes nicht geklaut wird. Nicht verdorrt, erstickt. Wilhelmsdorf braucht neue Herzen. Mindestens eins! Meins. Meins muss neu werden. Sonst weiß ich, dass meine junge Ehe keine Chance hat. Dann weiß ich, das meine Zukunftspläne Luftschlösser und Sandburgen, Hirngespinste sind und bleiben. Sonst weiß ich, das religiöses, frommes grad nutzlos für mich ist. Sonst weiß ich, das das Wort Gottes bei mir nutzlos ist. Wilhelmsdorf braucht mindestens ein neues Herz! Und ich lade sie herzlich ein, wenden sie sich mit ihrem alten versteinerten Herzen zu Gott! Lassen Sie sich ein neues schenken! Die Kosten für diese OP übernimmt keine Krankenkasse. Die Risiken und Nebenwirkungen sind kaum abzuschätzen. Aber das neue Herz schlägt alles! (Pfr. Heiko Bräuning)
|
|
|