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Gottesdienst im Februar 2003, in Wilhelmsdorf Mahlzeit Wenn man soviel gegessen hat was soll man noch sagen. Man empfiehlt Predigern und Musikern, ja nichts Kohlensäurehaltiges und Schwerwiegendes zu sich zu nehmen. Sonst vermischt sich die Andacht gerne mit dem einen oder anderen zufriedenen Bäuerchen. Und das hört sich ja doch seltsam an. Gute Tradition hat das Tischgespräch nach dem Essen in einem Schweigekloster in Bayern gewesen. Wie jedes Jahr wird in einem Schweigekloster in Bayern ein Fest gefeiert, an dem es ein großes Festessen gibt. Bei diesem Festessen, darf jeweils derjenige, der am unteren Ende des Tisches sitzt, einen Satz sagen. Es ist wieder soweit! Alle Mönche sitzen um den Tisch und warten auf den Satz, der dieses Jahr gesprochen wird. Der Mönch am unteren Ende Tisches steht auf und sagt: "Die Kartoffeln sind pampig!" Danach setzt er sich wieder hin und alles schweigt. Ein Jahr vergeht und wieder findet das Fest statt. Der Mönch, der dieses Jahr am Tischende sitzt, steht auf und meint: "Ich finde überhaupt nicht, daß die Kartoffeln pampig sind!" Er setzt sich wieder hin und alles schweigt. Wieder vergeht ein Jahr und wieder steht ein Mönch auf und sagt: "Wenn ihr hier weiter streitet, verlasse ich den Saal." Was schreibt die Bibel in Sachen "Nach dem Essen"? 5. Mose 8, 12: Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst, und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und den Herrn deinen Gott, vergisst. Wenn du satt bist, sollst du den Herrn, deinen Gott loben! Gedenke an den Herrn, deinen Gott; denn er ist´s der dir Kräfte gibt." An dieser Stelle habe ich gedacht: Mensch, die Bibel war gar nicht für die Israeliten geschrieben, sondern für die Wilhelmsdorfer! Gut gegessen haben wir. Satt sind wir. Schöne Häuser bauen wir. Wohnen tun wir drin. Die Rinder und Schafe mehren sich (das ist sicherlich bildlich gemeint). Das Silber und Gold mehrt sich bestimmt auch. Und jetzt Wilhelmsdorf, hüte dich davor, dass sich dein Herz nicht überhebt und den Herrn deinen Gott vergisst. Wenn du satt bist, sollst du Gott loben! Er ist´s, der dir Kräfte gibt. Die Bibel ist für Wilhelmsdorfer geschrieben. Kein Wunder! "Wilhelmsdorf" selbst ist ja schon ein biblischer Name. Wilhelmsdorf? Das leitet man doch nicht vom König Wilhelm her. Vielmehr ist das doch ein biblischer Name. Sie glauben es nicht? Doch! Das ist eine Abkürzung für: Wille, Helm und Dorf. Wilhelmsdorf heißt also: hier sind Bewohner, die sagen "Dein Wille geschehe". Bewohner, die den Helm der Hoffnung tragen(1. Thess 5, 8). Und Bewohner, die die Wohnstatt (Dorf heißt eigentlich "Wohnstätte".) Gottes lieben. Das sind Wilhelmsdorfer. Gott liebt Wilhelmsdorfer, Menschen, die seinen Willen tun, den Helm des Heils haben und die lieber einen Tag in der Wohnstatt ihres Gottes verbringen, als 1000 andere Tage sonst wo. (Pfr. Heiko Bräuning)
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