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Gottesdienst am 6. Januar 2003, in Wilhelmsdorf um 10.00 Uhr Krippenfiguren zuhause: alles da: Joseph, Maria das Kind, die Krippe, eine romantische Stalllaterne (batteriebetrieben). Alles so wie früher. Ein romantisches Lagerfeuer (batteriebetrieben) Alles so wie früher!! Hirtenjungen, Schafe, Brunnen, romantischen Stall. Alles so wie früher! Nur eines fehlt - die drei Weisen aus dem Morgenlande. Dazu hat das Geld nicht gereicht. Aber gerade sie sind doch so wichtig am Heiligen Drei Königs Tag. Heute also geht es um diese drei Könige, die lt. Bibel nicht Könige waren, sondern Weise. Magoi, Magier. Mt 2, 1: Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem. Sie kommen aus dem Osten, aus dem Orient, vom Ort des Sonnenaufgangs. Babylonische Astrologen? Inhaber eines übernatürlichen, nämlich astronomisch-astrologischen Wissens und Kenner der jüdischen Messiashoffnung. Über alle Weisen in Babel war bis vor 550 Jahren, der Zeit Nebukadnezars, Daniel der Oberste. (Dan 2, 48) Damals hatte man in Babylonien erkannt: "Es ist kein Zweifel, euer Gott ist ein Gott über alle Götter und ein Herr über alle Könige, der Geheimnisse offenbaren kann." O-TON Nebukadnezar gegenüber Daniel. "Und der König erhöhte Daniel und gab ihm große und viele Geschenke und machte ihn zum Fürsten über das ganze Land Babel und setzte ihn zum Obersten über alle Weisen in Babel." Die Wissenschaft war geprägt. Zu Daniel wird von Gott gesagt: "Du Daniel, verbirg diese Worte und versiegle dies Buch bis auf die letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und große Erkenntnis finden." (Daniel 12, 4) In der Wissenschaft war immer wieder davon die Rede. Wenn auch immer weniger! Mit abnehmender Tendenz. Denn zur Zeit dieser Weisen aus dem Matthäusevangelium war nicht mehr so sehr Götterglaube für das Schicksal der Menschen maßgeblich. Man hatte sich abhängig gemacht von den Sternen. Deshalb waren Magier, Astrologen die einflussreichsten und mächtigsten Männer des Ostens: weil sie die Sprache und die Botschaft der Sterne verstanden. Antike Sternenkarten aus Babylonien zeigen, welche wesentlichen Erkenntnisse über die Gesetze der Sternenbahnen die antike Astronomie gewonnen hatte! Der Mikrokosmos des Menschen hatte geheimnisvolle Zusammenhänge mit dem Makrokosmos des Weltalls. Alles Geschehen menschlicher Geschichte wird im voraus am Sternenhimmel sichtbar und alles Wirken der Menschen ist von daher bestimmt. Einen neugeborenen König, irgendeines Volkes, durch die Sternformation abzulesen, war sozusagen ein Kinderspiel. Das Sternbild aber, das die Weisen jetzt, zur Zeit des König Herodes wahrnahmen, setzte sie in Aufregung und Bewegung. Das Sternbild, das sie deuteten war das Stern des neugeborenen König der Juden. Durch Forschungen wußten sie, was die Propheten der Juden ankündigten: das "das Volk, das im Finstern wandelt, ein großes Licht sehen wird. " (Jes 9, 1). Das "ein Ries hervorgehen wird, aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen wird." (Jes 11, 1) Das "zur Zeit der Könige der Gott des Himmels ein Reich aufrichten wird, das nimmermehr zerstör wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstöre; aber es selbst wird ewig bleiben." (Daniel 2, 44). Jetzt hatten sie das Sternbild des Welterlösers gesehen. Es hielt sie nicht mehr an Teleskopen und Horoskopen. Sie mussten das aus der Nähe sehen, was sich da abspielte. Sie packten ihre 7, nein 3 Sachen (Gold - wertvollstes Geschenk von und für Könige - Jesus der König der Könige, Weihrauch - wertvollstes Geschenk von und für werdende Priester - Jesus der treue Hohepriester vor Gott - und Myrrhe - wertvollstes Abschiedsgeschenk für Leichen - Jesus der Todgeweihte.) und zogen los. Nach Jerusalem, ins Zentrum der jüdischen Religion. Denn nur da würden sie mehr erfahren! In Jerusalem angekommen, sprechen sie: Lassen Sie uns von diesem Vers aus drei Dinge anschauen. 1. Die Sterne lügen nicht, aber sie sagen auch nicht alles. (Frei nach Johannes Keppler) Sie waren Meister in ihrem Fach. Niemand verstand es besser wie sie, Sternzeichen zu deuten. Sie kommen sogar irgendwie mit viel List und Tücke in die Nähe des Heils. Könnte man großzügig alles der Astrologie zuschreiben. Jetzt sind sie zwar in Jerusalem. Aber wo bitte ist das Heil der Welt? Knapp daneben ist auch daneben! Jerusalem, wo sie landen, ist nicht Bethlehem, wo Jesus zu Welt kommt, wo das Heil in Erscheinung kommt. Die Sterne lügen nicht, aber sie sagen auch nicht alles. Wie diese Magier persönlich zum Heil gelangen, steht nicht in den Sternen. Wo sie konkret auf das Heil, den Heiland stoßen, das haben ihnen Jupiter, der Königstern, Saturn der Schutzstern Israels nicht gesagt. Das hat die Konstellation aus Saturn und Jupiter im Sternbild der Fische im 7. Jh v. Christus, beobachtet nachweislich in Babylonien, nicht ausgespuckt. Die Sterne lügen nicht. Gott sei Dank. In meinem persönlichen Sternzeichen - ich bin Skorpion - wird mir ein besonders erfolgreiches Jahr 2003 hervorgesagt. Aber daran sein Leben fest zu machen, ist aboluter Humbuk, denn es ist richtig: Sterne lügen nicht, aber sie sagen nicht die volle Wahrheit. Deshalb wird von Gott persönlich eindringlich gewarnt: "Hebe nicht deine Augen auf in den Himmel, das Du die Sonne siehst, den Mond und die Sterne, dass du fallest ab und betest sie an und dienest ihnen. Denn der Herr dein Gott hat sie zugewiesen allen anderen Völkern unter dem ganzen Himmel." Zugewiesen denen in Babylonien, denen im Orient, da wo die Sonne aufgeht. Aber wenn die Sonne wirklich aufgeht, dann verblassen die Sterne bekanntlich ganz schnell. Und neben dem Licht der Welt müssen die Sterne verblassen. Tatsächlich: die Weisen finden nicht durch die Sterne zum Heilsbringer. Erst nachdem alle Hohenpriester und Schriftgelehrte zusammengetrommelt waren, erhellt sich das Schattenhafte der Sterne. Erst dann wird der Weg nach Bethlehem frei. erst nach intensivem Schriftstudium tut sich der Weg zum Ziel auf! "Bethlehem - aus dir wird kommen der Fürst!" (Micha 5, 1) Wir brauchen das Zeugnis aus der Heiligen Schrift, wir brauchen das Wort Gottes, um zum Heil zu kommen. Das prophetische Wort ist durch seien Eindeutigkeit und Zuverlässigkeit, durch seine Präzision allen anderen Botschaften weit überlegen. Machen wir uns nicht von Sternenbotschaft abhängig. Sie bleiben zweifelhaft und zweideutig. Die Botschaft Gottes in seinem Wort ist für unser Schicksal unschlagbar. 2. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. (Frei nach Ferdinand von Schill) Herodes erschrickt. Was bleibt ihm anderes übrig. Schon wieder muss er von jemandem hören, der es auf seinen Thron abgesehen hat. Er hat in den letzten Jahren seines Lebens seine Söhne Aristobul, Alexander und Antipater neben einer Anzahl von Angehörigen der pharisäischen Gruppe wegen des Verdachtes von geplanten Intrigen hinrichten lassen. Er war ein Mann mit doppeltem Gesicht: auf der einen Seite hat er den Tempel zu Jerusalem bauen lassen. Erließ in schwierigen Zeiten den Leuten die Steuern und während einer Hungersnot im Jahr 25 v. Chr. ließ er sein eigenes goldenes Tafelgeschirr einschmelzen und kaufte dafür Getreide für die hungernde Bevölkerung. Sein Charakterfehler: wenn es um Macht ging, konnte sich der große Herrscher selber nicht mehr beherrschen. Wo ist der König der Juden. Ganz Jerusalem zuckt zusammen. Was? Der Messias ist geboren? Und drei Heiden fragen uns danach, wo er ist? Wir haben hier nichts davon gehört. In der Hauptstadt waren wir gar nicht tangiert davon? Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Das Erschrecken hört auf, nachdem den Leuten wieder bewusst wird: der Heiland kommt in einem absoluten Nebenschauplatz der Welt zur Welt. In Bethlehem, im Brothaus. Für das Ansehen Jerusalems, der Bedeutung dieser religiösen Metropole wäre die Geburt Jesu mitten im Tempel gut gewesen. Bethlehem? Wen kümmert das schon? Ein Aufschrecken, aufgeschrecktsein ohne Ende, ohne zur Ruhe zu kommen, ohne zum Frieden zu finden bleibt bei denen, die nicht begreifen, das Christus die Nebenschauplätze aufsucht. Weil gerade dort, wo alle das Gefühl haben: das lohnt sich nicht. Dafür interessiert sich doch keiner. Das will doch keiner wissen. Gerade dort hat das persönliche Heil die größten Auswirkungen. Eine Ende des Schreckens stellt sich bei denen ein, die ihre Nebenschauplätze dem Christus nicht verbergen. Auch hier sagt das prophetische Wort mir ganz persönlich zur: "Führwar, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt." 3. Anbetung ist der Weisheit Anfang. (Frei nach Renè Descartes) Dort, am Nebenschauplatz der Welt, da
hätte man mit dem Gold der Weisen eine Inthronisationsfeier arrangieren und organisieren
können, wie das üblich war im Orient, wenn ein neuer König an die Macht kam. (Pfr. Heiko Bräuning)
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