Zweitgottesdienst am 15. Dezember 2002 in Wilhelmsdorf um 11.00 Uhr,
Thema: 10 Tipps, wie sie Weihnachten überleben.

Es gibt schon merkwürdige Hobbys: Z.B. Weihnachten feiern am Südpol.
Gibt's das, fragen Sie?

Ja, da hat eine Frau ihre Erlebnisse in einem Buch niedergeschrieben. Sie lebte 7 Monate am Südpol. Sie verbracht ihre Zeit an verschiedenen Forschungsstationen und war lange in einer Hütte auf dem Eis. Am Südpol feierte sie auch Weihnachten (Sara Wheeler, Terra incognita, Reisen in der Antarktis, Diana-T-Bücher Nr.48).

Da werden die meisten nicht mitfühlen können. Ein schrecklicher Gedanke. Klirrende Kälte. Keine Menschen. Keine Freunde. Keine Familie. Totale Einsamkeit. Und dann vielleicht die Angst: Kommst du hier jemals wieder raus?

Aber es gibt Menschen, die kriegen an Weihnachten regelmäßig Probleme. Die sagen dann schließlich: Lasst mich bloß mit Weihnachten in Ruhe. Sie fliehen irgendwohin, weit weg. Die Probleme sind kein Zufall. Weihnachten ist oft ein innerer Ausnahmezustand. Was sich in der Familie oder im eigenen Leben in Monaten oder Jahren angestaut hat, entlädt sich gerne an Weihnachten wie ein Gewitter. Die Spannungen zu hoch.

Heute sind es noch 9 Tage bis Heiligabend. Genügend Zeit, um sich auf ein unvergessliches Weihnachtsfest einzustellen.

Wir haben Ihnen 10 Tipps versprochen, wie sie Weihnachten überleben. Hier sind sie:

  1. Weihnachten ist keine Konfliktlösung
    Konflikte können an Weihnachten nicht gelöst werden, wenn man sie das ganze Jahr ungelöst lässt. Kommunikation muss das ganze Jahr laufen. Sonst geht es an Weihnachten daneben!
    Da kommt ein Familienmitglied aus Dresden, das andere von Australien nach Hause. Man ist so eine globalisierte Familie, wie die Wirtschaft auch globalisiert ist. Und die wenigen Tage um Weihnachten müssen dann vielleicht die Erlebnisse des ganzen Jahres aufgearbeitet werden. Diese Last kann nicht auf diesen wenigen Tagen liegen. Sie muss auf's Jahr verteilt werden.
  2. Pflegen Sie keine Sehnsüchte
    Hochgezüchtete Sehnsüchte und unerfüllte Wünsche an Weihnachten sind gefährlich. Natürlich haben wir irgendwelche Sehnsüchte. Aber an Weihnachten sind bei vielen Menschen die Sehnsüchte so groß, dass es nicht mehr gut ist. Da soll alles wieder in die heile Welt gebracht werden, wie es in der Kindheit war.
    Das ist nicht erst das Problem von Erwachsenen, oft auch von Kindern oder Jugendlichen. Unerfüllte Wünsche sind in vielen Familien die Ursache für viel Streit an Weihnachten.
  3. Suchen Sie gemeinsame Freude
    Einsame Situationen sind zu meiden. An Weihnachten gemeinsame Freude suchen! Lassen Sie sich was einfallen, was andern Freude macht. Nicht nur bei den Geschenken, sondern auch sonst.
  4. Schaffen Sie eine entspannte Situation.
    Stress vermeiden. Pannen dürfen sein. Es muss nicht alles perfekt sein. Lassen Sie Unvollkommenes zu. Tragen Sie es mit Humor und Güte. Wenn ein Getränk umkippt, kann man es wieder wegwischen. Aber einen Wutausbruch kann man nicht mehr so leicht zurücknehmen.
  5. Mama ist nicht für alle emotionalen Probleme verantwortlich.
    Viele Menschen meinen, dass die Mutter oder Großmutter der Familie alle Seelenfalten bügelt, und dass das dann auch noch ausgerechnet an Weihnachten geschieht. Das ist eine zu hohe Erwartung. Wenn etwas zu klären ist, kann man sich vor einem Freund oder einer Freundin aussprechen oder zu einem Seelsorger oder Seelsorgerin gehen. Es kann auch in oder nach einem Gottesdienst geschehen. Dafür ist die Gemeinde da! Am besten sollte es vor dem Fest geschehen. Dann ist man an den Festtagen frei für die anderen und für Gott.

    Wir möchten immer wieder nach dem Gottesdienst, insbesondere nach dem Zweitgottesdienst, solche Situationen schaffen, wo man miteinander reden kann. Ohne den Zwang, dass da nun auch etwas Wichtiges besprochen wird. Aber man ist dann im Gespräch. Dann wächst auch ein Vertrauen. Und der Schritt ist dann nicht so schwer, wenn wirklich etwas Wesentliches dran ist.
  6. Gute Gewohnheiten schaffen, wie man feiert.
    Schaffen Sie eine Familientradition. Z.B. den Weihnachtsbaum Schmücken und das Zimmer herrichten, dann gemeinsamer Gottesdienstbesuch, dann die Feier zu Hause mit Kerzen-Anzünden, einem Verlesen der Weihnachtsgeschichte und Lieder Singen/ Musizieren und schließlich Geschenke auspacken. Vielleicht auch ein gemeinsames Spielen in der Familie.
  7. Notwendigen Dienst gemeinsam tragen
    Wenn jemand Dienst schieben muss, in Familie und Beruf (z.B. Notdienst für Ärzte oder Krankenschwestern), braucht man dennoch eine Nische zum gemeinsamen Feiern. Das ist nicht allein das Problem des Diensthabenden. Die Familie oder Freunde sollen das mittragen! Keiner kommt zu kurz!
  8. Die Geburt des Erlösers feiern!
    Drandenken, da wird ein Geburtstag gefeiert. Nicht wir sind der Mittelpunkt, sondern Er. Das könnte man z.B. mit einem Bibel-Memory feiern, oder man könnte einen Jesus-Film (Video) ansehen. Man kann sich über die verlesene Weihnachtsgeschichte unterhalten: Was bedeutet sie für mich? Oder wenn die Kinder klein sind, kann man mit ihnen die Krippe-Figuren durchgehen und über ihre Bedeutung miteinander sprechen.

    Man kann darüber sprechen, warum wir einen Weihnachtsbaum im Zimmer haben. Unsere Vorfahren haben es mit der Bibelstelle begründet, wo Gott sagt: Ich will dich erhören und führen, ich will sein wie eine grünende Tanne; von mir erhältst du deine Früchte (Hosea 14,9). Oder warum wir die Kerzen anzünden: Sie sind ein Symbol des Lichts. Jesus ist das wahre Licht der Welt. Er macht den Weg hell, den wir gehen.
  9. Dankbar sein
    Jesus ist gekommen, um meine Pannen zu Ende zu bringen. Dank schließt das Tor zur Freude auf. Dieser Punkt ist der wichtigste. Jesus lädt mich und dich ein, alles auf ihn zu laden, was uns belastet. Er ist nicht gekommen, um einige gute Reden zu halten. Das hat er auch getan. Aber das war die Hauptsache: Er ist dazu gekommen, damit ich meine Last los werden kann; die Last, die ich mit mir selbst habe; die Last, die ich gegenüber Menschen habe; und auch die Last, die mein Verhältnis zu Gott beschwert und bedroht; die Last meiner Schuld und Not. Jesus ist als Retter gekommen. Er ist nicht gekommen, um Karriere zu machen: Etwa der größte Baumeister des Altertums, oder der größte Sozialpolitiker der damaligen Welt. Alles das hätte heute keine Bedeutung mehr.

    Aber dass er den Weg zu Gott zugänglich gemacht hat, das gilt heute noch. Für unzählige Menschen in den letzten 2000 Jahren ist er der Weg zum Heil geworden. In seinem Reich werden wir einmal mit ihnen zusammentreffen. Dann werden die menschlichen Nöte alle vergessen sein, die kleinen und die großen.


    Der letzte Tipp!
  10. ....
    Er ist nicht ausgeführt. Den können Sie ergänzen. Vielleicht wird Gott Ihnen ganz speziell etwas zeigen, was für Sie gerade dran ist. Amen

Es liegen Blätter auf, die diese 10 Tipps enthalten. Sie können mitgenommen werden.

(Pfr. Dr. K. Knauß)

 

 

 

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