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Gottesdienst am 16. Juni 2002, in Wilhelmsdorf um 11.00 Uhr, Natürlich wollten wir nicht sagen: Sie hätten eigentlich im Bett bleiben können. Wir wollten auch nicht, dass Sie jetzt hier im Gottesdienst einschlafen sollen. Sondern wir wollten miteinander auf Gottes Angebot hören. Wie oft sagen wir das in unserem Leben; dieses: Umsonst? (= vergeblich)
Unsere Bemühungen sind nicht immer von Erfolg gekrönt. Vieles geht daneben. Und wir haben doch unsere ganzen Kräfte eingesetzt. Aber man kann das "Umsonst" auch positiv sehen. Und wir meinen dann Umsonst = kostenlos. Was ist schon umsonst in unserem Leben? Nichts, sagen die Leute. Stimmt aber nicht ganz. Als Kind kriegt man noch was umsonst - von den Eltern. Sind Kinder da? Wieviel zahlt ihr euren Eltern im Monat für euer Zimmer, dafür, dass euch die Mutter ein Essen hinstellt? Für euer Fahrrad, für eure Kleider! Alles umsonst! Doch wenn ich aufzähle, was wir sonst alles noch umsonst
kriegen, dann ist das eine ganze Menge. Bekommen wir nicht vieles im Leben ohne unser Zutun? Viele Menschen machen sich aber unentwegt Sorgen.
Wir werden demnächst Weltmeister - im Sorgen! Viele Sorgen mögen berechtigt sein. Aber es bringt nichts, wenn wir uns dauernd Sorgen machen. Es war für manche ein bisschen übertrieben mit unserem provozierenden Titel. Steht aber immerhin in der Bibel. Da haben wir es auch her. Man hätte meinen können, wir wollten Spätaufsteher ansprechen. Wir haben aber ein paar Pünktchen dahinter geschrieben. Und die haben's in sich. Denn da heißt es dann weiter: "Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf." (Psalm 127, 2) Da geht es gegen das Sorgen. Es gibt Menschen mit Schlafstörungen. Für viele Menschen ein Problem. Vielleicht kann man nichts dafür. Aber das kann auch ein dummes Einfallstor für das Sorgen sein. Und die Schlafstörungen werden immer schlimmer. Bringt's was? Es ist in der Tat nicht so leicht, Sorgen einfach loszulassen. Zu sagen: Jetzt bin ich einfach ruhig. Man kann sich ja nicht selbst aus dem Sumpf herausziehen. Das Sorgen ist eine Art Gift. Da geht vieles kaputt, was Gott aufblühen lassen will. Jesus hat einmal ein Gleichnis erzählt von einem Bauern, der Frucht auf seinen Acker säen will. Nicht alles fällt auf fruchtbares Land, sondern manches auf den Weg, manches auf den Felsen und manches unter die Dornen. Überall geht zwar der Same auf, aber nicht überall kommt es zur Reife. Die Dornen, so sagt Jesus, das sind die Sorgen (und der betrügerische Reichtum). Die ersticken das, was Gott doch eigentlich ausreifen lassen will (Markus 4, 3-20, hier besonders V. 19). Es gibt ein Gegenmittel gegen das Gift der Sorge. Und dieses
Gegenmittel ist das Vertrauen und das Arbeiten für Gottes Reich. So sagt Jesus in der
Bergpredigt: Wir sind miteinander eingeladen, dass wir uns auf seine Ziele ausrichten. Dann werden unsere Sorgen klein. Amen!
(Pfr. Dr. K. Knauß)
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