Auslegung des Jahresloses der Brüdergemeinde für 2006 (vom 08.01.2006)

 Das Danklied der Erlösten

Jesaja 12, 1 Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR, dass du bist zornig gewesen über mich und dein Zorn sich gewendet hat und du mich tröstest.

2 Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht;

denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.

3 Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen.

4 Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen!

Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist!

5 Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen!

6 Jauchze und rühme, du Tochter Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!

 

 

Ist das nicht schön? Heil – Sicherheit – Angstfreiheit – und das gerade in der jetzigen Zeit. Hört sich doch toll an.

 

heil Adj.: gesund, unversehrt, gerettet.

Heil: Glück, Zufall, Gesundheit, Heilung, Rettung, Beistand.

Im Christentum nahm Heil auch die Bedeutung an „Erlösung von den Sünden und Gewährung der ewigen Seligkeit – des ewigen Lebens“.

Heilslehre, Heilsgeschichte, Heilsordnung, heilig, heiligen, Heiligtum, Heiland aber auch heillos.

Ärzte, Psychotherapeut und Seelsorger können ein Lied davon singen.

Es ist soviel Un-heil. Krebserkrankungen nehmen genauso wie Schmerzerkrankungen drastisch zu. Die Vogelgrippe, Aids etc.

Unheil auch als Folgen unseres Raubbaues mit der Natur. Umso mehr sehnen wir uns nach Heil - Heilssehnsucht!

Wo suche ich Heil? In der Heilskraft der Edelsteine, der Sonne, dem Mond, der Natur, der Kosmosenergie, Esoterik, Wellness – nach dem Motto: „ich tu mir was gutes?“

Oder suche ich in Gott mein Heil? Wir wollen wieder davon reden: Gott ist mein Heil. Nicht irgendein Gott. Jesus Christus – den wir von Weihnachten her kennen, der gekreuzigte und Auferstandene – wie wir ihn von Ostern her kennen, der lebendige Schöpfer und Erlöser. Der gibt Kraft und Heil.

Hier in Wilhelmsdorf haben Menschen Zeugnis abgegeben, die z.B. den Alpha-Kurs besucht haben. Die Bezeugen und die entdeckt haben: Gott ist mein Heil. Menschen die Heilung ihrer Wunden / ihres Lebens erlebt haben.

 

Sicher / Sicherheit

Un-Sicherheiten gibt es ohne Mass.

Wann wird in Deutschland der erste Terror-Anschlag geben?

Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Erdbeben, Überschwemmungen,

Energieknappheit – Öl wird immer weniger und teurer. Wohin soll das noch führen?

Gas – Russland wird 2010 der weltweit größte Rohstofflieferant sein. Ein Monopol bestimmt den Preis! Wohin soll das noch führen?

Kriegsdrohungen und Ängste.

Der Wunsch nach Sicherheit ist groß – denn es ist ein natürliches Bedürfnis. Steht ganz oben auf der Bedürfnispyramide.

Wo die Sicherheit fehlt – da herrscht die Angst!

Und da sind wir dann auch schon beim letzten Begriff: … und fürchte mich nicht.

Wovor fürchte ich mich? Arbeitsplatz? Krankheit? Was ist mein Furchtthema?

und dann diese Aussage: und fürchte mich nicht!

Wissen Sie welches der häufigste Ausruf in der Bibel ist?

Nicht „Du sollst Lieben“ – vergeben. Fürchte dich nicht, ich bin bei dir.

 

·       Nun gibt es drei Gruppen von Menschen, die mit diesem Vers sehr unterschiedlich umgehen.
1. Gruppe: Das sind die, die wir hier im Betsaal nur selten finden. Sie brauchen Gottes Heil nicht und finden ihre Sicherheit in ihrer Kraft, in ihrem Geld, Freunden, Vitamin B etc. Nur selten verirrt sich mal 1, 2 oder 3 in den Betsaal.
2. Gruppe: Das sind die, die sich sehr über diesen Vers freuen, ihn gerne anschauen, sich freuen, wenn jemand ihnen den Zuspricht.
Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht
3. Gruppe: Das sind die, die sich auch freuen und diesen Vers gerne hören. Aber es ist die Gruppe, die von Jesus gelernt haben und ihm folgen wollen. Sie wollen Gottes Wort hören und tun. So wie Jesus es ihnen vorgelebt hat: Wer diese meine Rede hört und tut, der gleicht einem Bauherrn der sein Haus auf Fels baut. (Math. 7, 24)

·       Das ist ein Geheimnis, dass Gott einen Dialog mit uns möchte – keinen Monolog. Er möchte Beziehung zu uns. Und darum geht es auch hier. Im letzten Jahr hatten wir eine Verheißung von Gott selber:
Bittet so werdet ihr nehmen, das eure Freude vollkommen sei (Joh. 16,24).
Es ist nicht nur eine Verheißung sondern auch ein Aufruf!
Hier fordert Gott uns auf aktiv zu werden, zu bitten und zu nehmen. Mit zwei Zielen: Damit wir nehmen und Freude empfangen. So ist Gott – so der führsorgliche liebende Vater. In diesem Jahr ist es ein Erfahrungsbericht eines Menschen, der mit Gott Erlebnisse hatte und Rückblickend dieses Danklied nach einer Erlösung gesungen hat.
Das ist unsere – das ist meine – das ist ihre Chance!
Vom Klagen, vom Kritisieren weg zu kommen. Stellen wir uns das doch mal vor, wie Wilhelmsdorf als Dorf sich verändern würde, wenn wir von unseren Taten und Werke Gottes berichten, die er an uns getan hat!
 

Das zweite Geheimnis ist die Desillusion, dass wir nicht einfach nur so Heil, Sicherheit und Angstfreiheit auf unserem egoistischen Weg erhalten – sondern immer in der Beziehung zu Gott unserem Herrn. D.h. nur wenn wir diesen Weg mit Gott gehen, dann können wir Rückblickend ebenfalls ein Danklied singen.
Was heißt das konkret?
Wenn wir unser Kreuz auf uns nehmen und JESUS folgen
Wenn wir unseren eigenen Balken bekennen und um Vergebung bitten
Wenn wir unseren Nächsten und Feinden vergeben
wenn wir lieben, Gott von ganzem Herzen, den Nächsten wie mich selber
Wenn wir segnen – den anderen aufbauen und gutes zusprechen
wenn wir dem Missionsauftrag nachkommen
wenn wir mit dem Sündigen aufhören

Im Text:

·       indem wir mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen.

·       Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist.

·       Lobsinget dem HERRN.

·       Solches sei kund in allen Landen!

·       Jauchze und rühme.

·       Soll ich noch weiter machen? – Aktiv mit Jesus unterwegs sein, dass kostet schon was.

Es ist ein Weg mit Gott dem Herrn, der gerne gibt und eine Beziehung zu uns möchte. Er möchte, dass wir mit ihm Abenteuer erleben, er will uns zu Wasserläufern machen. Und so liegt es an uns, wie wir im Dezember 2006 rückblickend über diesen Spruch reden werden. Wenn wir diesen Spruch leben wollen, dann kostet es uns etwas.

·       Gott hat uns so lieb, dass er seinen Sohn gab, damit wir das ewige Leben haben, damit wir die Fülle haben, Freude, Heil, Sicherheit in IHM und uns nicht fürchten. Der große Ich-Bin ist mit uns. Diese Liebe geht soweit, dass Gott uns aber auch so eine unsagbare Freiheit gibt, selber zu entscheiden, welcher Gruppe Menschen wir angehören wollen:
Der ersten Gruppe, die Gott nicht brauchen, der zweiten die hören – die auf einer Insel – auf ihrer Insel leben oder der dritten, die hören und tun. Die Entscheidung liegt bei jedem einzelnen.

·       Treffen Sie ihre Entscheidung mit bedacht, aber treffen Sie eine Entscheidung. Amen.

 

Jörg Kratzat

 

 

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