|
| |
„Denn der Menschensohn
ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
(Lukas 19,10 / Luther 1984)
|
Meine lieben
Brüder und Schwestern im Herrn!
Der Monatsspruch für Juli 2006 lautet: JESUS CHRISTUS spricht: „Wer zu
mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Johannes 6,37). Sind Sie schon
einmal schroff abgewiesen worden? Erinnern sie sich noch daran? Wie war
ihnen dabei zumute? Als ich das erlebt hatte, ging es mir lange ziemlich
schlecht:
- Ich hatte
vorsichtig angeklopft aber man lies mich nicht hinein.
- Ich hatte
mutig angerufen, aber der Hörer wurde wortlos aufgelegt.
- Ich hatte
eine einfache Bitte vorgetragen, aber die Antwort war: NEIN!
Und damit bin
ich mitten in unserem heutigen Textwort:
„Denn der
Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren
ist.“ Es geht um die Begegnung Jesu mit einem gewissen Zollbeamten
Zachäus.
1
Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2 Und siehe, da war
ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war
reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es
nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief
voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort
sollte er durchkommen. 5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und
sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in
deinem Haus einkehren. 6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf
mit Freuden. 7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei
einem Sünder ist er eingekehrt. 8 Zachäus aber trat vor den Herrn und
sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen,
und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9
Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn
auch er ist Abrahams Sohn. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu
suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19,1-10 / Luther
1984)
Meine Predigt
hat 3 Teile:
1. Wer hat was
verloren – Gott seine Menschen oder die Menschen ihren Gott?
2. Wer sucht
und stellt Gemeinschaft wieder her – Gott oder wir Menschen?
3. Wie nähert
sich Gott seinen Menschen und wie begegnen wir IHM?
Über diese
wichtigen Fragen soll heute nachgedacht werden:
Zu 1.:
Wer hat was verloren – Gott
seine Menschen oder die Menschen ihren Gott?
Haben Sie schon
einmal etwas wirklich Wichtiges verloren? Man verliert in seinem Leben
viele wichtige Dinge. Etwa einen Wohnungsschlüssel, einen Ausweis oder
eine Bahnfahrkarte. Alle diese wichtigen Dinge lassen sich ersetzen.
Was aber, wenn
jemand sein Selbstvertrauen verliert, seinen Mut, sich den Wechselfällen
des Lebens zu stellen oder seinen Glauben daran, dass über allen
Menschen ein liebender und barmherziger Gott waltet, der seit Adam und
Eva nur eins im Sinn hat:
„Denn also hat
Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle,
die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben
haben.“ (Johannes 3,16)
Sehen Sie, ich
habe Predigten gehört und wie ein Hund unter diesen Predigten gelitten.
Da ging es vor allen Dingen immer nur darum, was ich in den Augen Gottes
für eine elende und jämmerliche Kreatur bin:
- Ausgestoßen
aus der liebenden Nähe meines Schöpfers.
- Von diesem
Gott ein für allemal Schuldig gesprochen.
- Dem Verderben
ausgeliefert und damit in eine schreckliche und unvorstellbare ewige
Verdammnis übergeben aus der es kein Entrinnen gibt...
Aber das
stimmt ja alles gar nicht,
wenn man dem Bericht des Lukas über den Zollbeamten Zachäus bis zu Ende
liest. Wissen Sie, der letzte Satz aus dieser Zachäusgeschichte, der
fasziniert mich. Da steht nämlich geschrieben: „Denn der Menschensohn
ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
- Jesus geht
nach Jericho. (Ein gottloser Ort....)
- Jesus ruft
Zachäus zu sich.(Ein abgrundtief verdorbener Mensch...)
- Jesus ist
sich nicht zu heilig, um dennoch in das Haus dieses Zachäus einzukehren.
Und dann macht
dieser Jesus das, was sein Auftrag ist: JESUS MACHT EINEN NEUEN MENSCHEN
AUS DEM ZACHÄUS UND GIBT IHM EINEN NEUNEN NAMEN: LEVI!
Wissen Sie was
das im Endeffekt bedeutet? Jesus gibt dem abgrundtief verdorbenem und
scheinbar gottverlassenem Zachäus seine wahre, seine eigentliche
Identität zurück wenn er sagt: „Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist
diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn.“ (Lukas
19, 9)
Sehen Sie, mit
dieser heutigen Botschaft geht es mir darum, uns allen diesen Gottessohn
groß und uns allen Mut zu machen, einzig und allein auf IHN zu hoffen
und auf nichts anderes. Wir hatten gefragt: Wer hat was verloren – Gott
seine Menschen oder die Menschen ihren Gott?
Antwort: Die
Menschen haben ihren Gott verloren. Er ist ihnen abhanden gekommen.
Manche haben IHN auch nur verdrängt oder vergessen. Aber in Jesus
Christus kommt Gott sichtbar zu den Menschen.
Zu 2.:
Wer sucht und stellt
Gemeinschaft wieder her – Gott oder wir Menschen?
Ein höchst
trauriges Kapitel in der Menschheitsgeschichte. Wollen Sie dazu jetzt
wirklich konkrete Beispiele aus meinem Leben hören? Nein? Danke!
Ersparen wir uns lieber diese Peinlichkeiten! Die Vereinzelung und
freiwillige Vereinsamung halte ich für eine der größte Gefahren unserer
Zeit.
Der Zachäus
hatte nach seiner Begegnung mit dem Herrn Jesus allerdings in seinem
Leben gründlich aufgeräumt. Ob der das nachher auch konsequent
durchgehalten hat, bleibt zu hoffen...!
Ein Bemühen
kann man diesem Zachäus aber in keinem Fall absprechen: Denn da steht
bei Lukas geschrieben: „Und er (der Zachäus) begehrte, Jesus zu sehen,
wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge, denn er war klein von
Gestalt. (Lukas 19,3)
Vielleicht
klingt es jetzt bei dem einen oder der anderen von Ihnen so, dass ich
mich widerspreche, wonach Gott uns sucht und wir IHN eigentlich
nicht. Darauf kann ich nur eine einziger Antwort geben: Möchten Sie
gottlos weitermachen? Nein? Ich auch nicht! Und so ging es diesem
Zachäus wohl auch: Er wollte Jesus begegnen!
Wir hatten
gefragt: Wer sucht und stellt Gemeinschaft wieder her – Gott oder wir
Menschen? Zum Liebhaben gehören immer zwei: Einer der liebt und einer
der zurückliebt. Da ist wenig Raum für Bedingungen. Entweder es geht
durchs Herz oder (Pardon) es geht (nur) in die Hose! Dann war der Herr
Jesus zwar ganz nahe, aber geblieben ist er nicht.
Zu 3.:
Wie nähert sich Gott seinen
Menschen und wie begegne ich IHM?
Was haben sich
über diese einfache Frage in der unendlich langen Menschheitsgeschichte
nicht viele tiefgläubige Menschen, kluge Köpfe, geistliche
Wissenschaftler, tiefgründige Denker, einfachste Leute und manchmal auch
irregeleitete Träumer dazu ihre Kopf zerbrochen!
Viele sind an
diesen Fragen zerbrochen! Ein gläubiger christlicher Freund von
mir schreibt: „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an
denen, die sie gefunden haben.“ Darüber muss unbedingt gesprochen
werden: „Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegne ich IHM?“
Unserem Zachäus
begegnete der Sohn Gottes, Jesus Christus, inmitten einem Volksauflauf.
Er hatte „dolle“ Dinge von diesem Nazarener gehört. Nun hört Zachäus:
„Jesus von Nazareth kommt nach Jericho.“ So eine Begegnung kann man sich
doch nicht entgehen lassen...!
Jesus ruft den
Zachäus unvermutet zu sich. Er kehrte bei ihm ein und machte aus diesem
Zachäus von jetzt auf gleich einen anderen, einen neunen Menschen. Und
dann...?
Ich meine,
irgendwann hat dieser Jesus doch wieder von der Familie des Zachäus
Abschied genommen und ist mit seinen Leuten weiter gezogen! Was blieb da
dem Zachäus mehr, als ein tiefergreifendes und eben nur ein
vorübergehendes Gotterleben?
Frage ich also
noch einmal: Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegne ich
IHM? Darauf kann ich Ihnen und mir nach meinem augenblicklichen
Erkenntnisstand nur eine einzige Antwort geben. Diese hier:
„Denn der
Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren
ist.“
Und wenn Ihnen
diese Antwort doch wieder nicht ganz ausreicht? Dann kann ich ihnen zu
ihrer und auch zu meiner eignen Beruhigung noch ein weiteres Versprechen
des Herrn Jesus mit auf den Weg geben. Es steht bei Matthäus 28, 20
geschrieben. Fühlen Sie mal hin, was dieses Versprechen Jesu mit ihnen
macht:
„Und siehe, ich
bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20 –
Missionsbefehl) Ich weiß keine persönlichere Antwort auf unsere Fragen:
Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegne ich IHM?“
Ich habe mich
eine Woche lang auf diese Predigt vorbereitet und hatte dabei
vorübergehend wenig mehr als nur das nackte nüchterne Gotteswort und ein
Lied. Unser Predigtlied: Nr. 353: (EGB) „Jesus nimmt die Sünder an...“,
ist das Ergebnis solcher und vieler anderer Zachäuserlebnisse. Es
beschreibt wunderschön, wie sich Gott seinen Menschen bis auf diesen Tag
nähert und wie segensreich solche Gottesbegegnungen verlaufen können.
„Wenn ein Schaf
verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus der uns nie vergisst,
suchet treulich das Verirrte, dass es nicht verderben kann: Jesus nimmt
die Sünder an. Lied Nr. 353 (EGB) –Vers 3
Dieses Lied
enthält aber auch einen Missionsbefehl. Eigentlich ist es eine sehr
zärtliche Bitte: „Jesus nimmt die Sünder an.
Sagt doch dieses Trostwort allen...“
Wenn ich mein
Ohr an die Heilige Schrift lege höre ich nichts. Nicht ein Wort! Wenn
ich die Heilige Schrift jedoch aufschlage und darin lese, dann höre ich
Gottes lebendiges Wort. Wenn ich Gottes lebendiges Wort höre, dann kann
ich nicht anders als IHM zu antworten. Bleiben wir mit IHM im
Gespräch...
Amen !
|
Michael
Steinbach (Maximin) - Berliner Stadtmission am 08.07.2006
Herr Michael Steinbach aus Berlin hielt sich ab dem 2. Juli 2001 für 3
Monate im Fachkrankenhaus Ringgenhofklinik
zu einer Langzeittherapie für
Alkoholabhängige auf.
Er schreibt uns:
"Vor
genau 5 Jahren befand ich mich als Neuankömmling gerade 1 Woche in der
Ringgenhofklinik.
3 Monate später fuhr ich mit neuem Lebensmut zurück nach Berlin. Die
entscheidenden Impulse für ein wirklich
neues Leben habe ich jedoch in Eurem Betsaal eingesammelt. Als Zeichen
meiner Dankbarkeit sende ich Euch
im Anhang eine Predigt über Lukas 19, 10." |