
Glaubensbekenntnis
Teil 3:
Der Außendienst Gottes: „Ich glaube an den Heiligen Geist...“
In der „Pyramide“ wurde ich neulich von Jugendlichen gefragt, ob wir den
Heiligen Geist anbeten dürfen.
Wenn er nur eine
unpersönliche Kraft wäre, dann könnten wir das natürlich nicht. Aber er
ist weit mehr. Jesus hat ihn als den Tröster bezeichnet, den Anwalt, der
für uns einsteht. Er wird ihn schicken, damit er die Jünger an die Worte
Jesu erinnert. Er macht Jesus groß. Und er lenkt die Gedanken, er gibt
Sündenerkenntnis, leitet zur Wahrheit und zeigt auch das Zukünftige an
(siehe z.B. Joh. 15, 26-16,15).
Der Heilige Geist ist
daher eine Person, und nicht nur eine Kraft, oder eine Wirkung Gottes.
Er hat einen Willen, er hat Absichten und Ziele, er schenkt und begabt,
er verkündigt, und vieles mehr.
Unser Glaubensbekenntnis
nimmt seinen Ausgang nicht in menschlichen Spekulationen, sondern in der
biblischen Offenbarung. Auch unser Bekenntnis zur Gottheit des Heiligen
Geistes gründet nicht auf unserer Erfahrung, sondern auf der Bibel.
Natürlich kommt Erfahrung dazu; und sie muss auch dazu kommen, denn
unser Glaube besteht nicht aus einer Summe von geistlichen Theorien.
Aber Erfahrungen sind vieldeutig. Sie müssen sich darum an der
biblischen Offenbarung messen lassen. Im Neuen Testament wird der
Heilige Geist deutlicher bezeugt als im Alten Testament. Von diesem
Zeugnis ausgehend fällt auch Licht auf die Aussagen des Alten
Testaments.
In einem Streitgespräch
mit den Pharisäern sagt Jesus, dass die Lästerung gegen den Heiligen
Geist schwerer wiegt als die Lästerung gegen ihn, den Menschensohn (Matth.
12, 31f, vgl. Mark. 3, 28f u. Luk 12,10). Das zeigt unabhängig vom
sonstigen Verständnis der Stelle, dass der Heilige Geist eine göttliche
Würde hat. Denn die Lästerung gegen ihn kommt einer Gotteslästerung
gleich.
Jesus hat denen, die an
ihn glauben, die Gabe des Heiligen Geistes verheißen (Joh. 7, 39). An
Pfingsten werden die Jünger und viele andere vom Heiligen Geist erfüllt.
In der Apostelgeschichte gehört es zu den wesentlichen Kennzeichen der
Gemeinde: Der Heilige Geist leitet sie und gibt ihnen Gaben; z.B. Gaben
der Heilung, der Weissagung, der Zungenrede und der Prophetie. Philippus
wird sogar an einen andern Ort entrückt durch den Heiligen Geist. Er hat
also göttliche Vollmacht über die Natur.
Auch Paulus schreibt in
seinen Briefen viel über ihn.
Am bekanntesten ist wohl
1. Korinther 12, wo es um seine Gaben geht: „Es sind verschiedene Gaben,
aber es ist ein Geist.“ Er ist der Geber und Urheber. Und dann werden
einige dieser Gaben aufgezählt, wovon die größte die Liebe ist (Kap 13).
Doch alle diese Gaben sollen zum Nutzen aller wirken, so dass die
Gemeinde aufgebaut wird. Der Heilige Geist möchte Gemeinde bauen. Er
baut den „Außendienst Gottes“ unter den Menschen auf. Er ist der
eigentliche Evangelist und Missionar, denn niemand kann Jesus einen
Herrn heißen außer durch den Heiligen Geist (V.3). Das ist sein
hauptsächliches Geschäft, dass er Menschen zum Glauben an Jesus führt.
Ihn will er groß machen und verherrlichen.
Im Römerbrief schreibt
Paulus über den Heiligen Geist vor allem im 8. und 12. Kapitel. Dass wir
zu neuen Menschen werden und ein für Gott geheiligtes Leben führen, das
ist sein Werk. Er stärkt unsere Liebe zu Gott.
Es gibt fast kein Buch
des Neuen Testaments, in dem der Heilige Geist und sein Tun und Wirken
nicht beschrieben wäre.
Das Alte Testament
beschreibt, wie vor allem die Propheten vom Heiligen Geist getrieben
werden. Sie reden von Gott. Sie zeigen seinen Willen an und weissagen.
Aber auch David oder Joseph sind von ihm erfüllt, und natürlich Mose.
Wie steht nun der Heilige
Geist zur gesamten Trinität, zum Vater und zum Sohn? Wir haben es immer
mit dem ganzen Gott zu tun. Unter ihnen herrscht keine Konkurrenz. Aber
die Bibel beschreibt uns ihr jeweils eigenes Werk. So wird Gott dem
Vater das Werk der Schöpfung zugeschrieben, dem Sohn die Erlösung und
dem Heiligen Geist die Erleuchtung und Heiligung. Dennoch ist es nur ein
Gott. Darum dürfen und können wir auch zum Heiligen Geist beten, denn
wir beten in ihm den einen und einzigen wahren Gott an.
Pfarrer Dr. Karl Knauß
…nützlich zur Lehre…(Teil
1)
…nützlich zur Lehre…(Teil 2)