YouGo 2004

Tatort YouGo - Besprechung:

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jugendgottesdienstes sitzen zusammen und überlegen und prüfen, welche Themen für die kommenden YouGo’s dran sind. Wir hören mal in das Gespräch hinein:

„Viele ältere Gemeindeglieder unterstützen den Jugendgottesdienst, sei es im Gebet oder auch durch ihre Spenden; eigentlich haben wir ihnen viel zu verdanken, denken wir nur auch mal an die Möglichkeiten im Gemeindehaus, die Ton-Anlage z.B., einfach toll.“ „Meine Eltern würden ja gerne mal zum YouGo kommen, aber ich will das nicht!“ Stimmt, immer wieder höre ich, man würde so gerne Mäuschen spielen, aber das sei ja seitens der Jugendlichen nicht erwünscht (dabei sind immer wieder auch ältere Gottesdienstbesucher dabei). „Andererseits gibt es auch Kritik und Ablehnung: die Musik sei zu laut, alles zu flippig, viel zu modern, das sei kein Gottesdienst …“ meinte ein Mitarbeiter, „…man wirft uns vor, wir würden die Gemeinde sprengen, sollten lieber in den Betsaalgottesdienst kommen; dort würde man kaum jemanden der Jugendlichen sehen.“ ergänzte er. „Ich habe aber echt Mühe mit dem Betsaalgottesdienst, irgendwie geht es mir so: ich komme darin nicht vor, weder in den Liedern, noch in den Inhalten, oft nicht mal in den Gebeten.“ „Könnt ihr denn verstehen, dass es den ‚Alten’ genauso im YouGo gehen könnte?“
Eigentlich sind wir aber eine Gemeinde.

So entstand der Wunsch einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern
Dieser Gottesdienst sollte, neben dem gemeinsamen Erleben, vor allen Dingen aber das Ziel haben, eine Brücke zu bauen zwischen Alt und Jung, er sollte beitragen, sich besser verstehen zu lernen und gegenseitig im Gebet und durch das gegenseitige Verstehen zu unterstützen. So wurde eingeladen, auch zu einem gemeinsamen Buffet hinterher, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Gottesdienst
Niemand wusste, wie viele an diesem Abend den Weg in das Gemeindehaus finden, vor allen Dingen viele Erwachsene das Angebot wahrnehmen. Die Stühle füllen sich, die Jugend sitzt, wie immer, auf dem Boden, ja man muss sehr zusammenrücken, damit die ca 350 Personen Platz finden. Eine tolle Altersmischung war nun zu sehen, so waren teilweise die Kinder der Familien dabei, deren Jugendliche mitarbeiten, aber auch die Eltern vieler Jugendlichen, die regelmäßig den YouGo besuchen, bis hin zu über 70 Jährige, die sich daran freuen, dass so viele junge Menschen sich zusammen finden und Gott loben mit „ihren“ Liedern und auf ihre Weise. Der Gottesdienst wurde auf englisch übersetzt, da auch jemand aus England da war und in Gebärdensprache gedolmetscht, damit einige gehörlose Teilnehmer, den Gottesdienst mit verfolgen können. In der Predigt wurden wir daran erinnert, dass jede Generation ihren eigenen Weg finden musste und finden muss und wie wichtig es ist, gerade die jungen Menschen zu stützen und zu tragen, aber auch sie loszulassen. Dann zeigte man auf, dass wir alle in unseren sehr unterschiedlichen Gottesdiensten die gleichen Ziele haben, zusammengefasst: Gott zu begegnen, ihn zu suchen und sich in der Gemeinschaft gegenseitig zu ermutigen und zu stärken.

Nach 2 ½ Stunden ist der Gottesdienstteil vorbei, als Opfer gingen 350.- € ein. Neugierig folgte man der Einladung sich beim Buffet im Mehrzweckraum und in den Jugendräumen ins Gespräch zu kommen und den Abend ausklingen zu lassen.

Rückmeldungen helfen, den Gottesdienst noch einmal zu überdenken
Einige der schriftlichen Rückmeldungen seien hier wiedergegeben:
Jugendliche schrieben: „Ich finde es echt super, dass wir einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert haben. Ich glaube das war eine Gebetserhörung.“
„Was mal wieder echt gut, vor allem, wie ihr es geschafft habt, Jugendliche und Erwachsene einzubeziehen.“ „Eigentlich hatte ich Bammel vor dem YouGo und dachte, wie das bei den Erwachsenen ankommt, Angst, dass das Ganze daneben geht. Aber ich merkte im Gottesdienst, wir sind wirklich eine Gemeinde und irgendwie gehören wir zusammen, auch wenn wir andere Formen haben, die Gottesdienste zu feiern. Wir müssten das wiederholen. Erwachsene schrieben: „War echt super, ich unterstütze euch, freue mich, dass es den YuGo gibt.“ „Toll – ich habe schon lange keine so lebendige Glaubensgemeinschaft in Gottesdiensten erlebt. Ich werde „reich“ heimfahren und meiner Gemeinde von Eurem YouGo erzählen – in Gebärdensprache.“ (ziemlich alt) „ Ich habe mich gefreut über Eure Offenheit. Wenn Erwachsene wieder eingeladen werden ich gern wieder kommen. Ein Gottesdienst, der mich berührt hat.“ „Manchmal hat mich gestört, dass die englischen Lieder (die gut waren) nicht übersetzt waren.“ „Ein toller Gedanke, es war sehr beeindruckend. Bitte mehr! Öfter solche Begegnungen.“

Plauderzeit beim kalten Buffet
Während dem Buffet entstanden sehr viele Gespräche zwischen allen Generationen, viele Begegnungen fanden statt und die letzten Erwachsenen gingen gegen 23.30 Uhr (während das Putzteam erst gegen 0.30 Uhr mit allem fertig war, schließlich sollte es am Sonntag ja ein Maultaschenessen geben, eine weiter Möglichkeit der Begegnung.

Anmerkung:
Herzlichen Dank an alle, die diesen Gottesdienst mitgestaltet haben, auch denjenigen, die durch ihren Beitrag zu einem solch phantastischen Buffet verholfen haben. Danke für das Opfer und Ihre Gebete!

Der Wilhelmsdorfer Jugendgottesdienst (YouGo) – ein Gottesdienst von Jugendlichen für Jugendliche

2004

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