Konfirmandenarbeit
Konfirmandenfreizeit vom 19.-22.1.2006
48 Konfirmandinnen und Konfirmanden fuhren mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur diesjährigen Konfirmandenfreizeit nach Aichach bei Weingarten. Es war für alle, die daran teilgenommen haben eine sehr bereichernde Erfahrung, welches zwei Jugendliche wie folgt wiedergeben:
Lieber Herr Geiger,
die Konfi – Freizeit ist vorüber und wir wollen Ihnen einfach mal eine Rückmeldung geben.
Am Anfang als Sie uns erzählt haben, dass wir auf der Freizeit die 10 Gebote durch nehmen werden, hatten wir keine besonders gute Meinung darüber: „Die wollen uns nur wieder einen auf ‚moralisch’ machen … das kann ja nur langweilig werden. Die Konfis vom letzten Jahr haben uns zwar erzählt, dass es voll cool werden würde, doch wir konnten und wollten das nicht glauben. Eines war klar: wenn Sie die Freizeit machen, werden wir jede Menge Zettel mit persönlichen Fragen ausfüllen müssen. Die 10 Gebote waren für uns ein Thema, das uns wenig interessierte.
Doch auf der Freizeit kam dann alles anders. Die 20 Mitarbeiter – deren Zahl uns anfangs erschreckte, gaben uns zu jedem Gebot einen ‚Input’, zudem erzählten sie in persönlichen Beiträgen, wie es ihnen mit dem jeweiligen Gebot ergangen ist. Was uns beeindruckte war ihre Offenheit und Ehrlichkeit. Das hat uns geholfen die Zetteln, die wir auszufüllen hatten, ehrlicher zu beantworten. Gleichzeitig sind wir mutiger geworden, auf die Mitarbeiter zuzugehen und ihnen unsere eigenen Probleme anzuvertrauen.
Uns wurde immer klarer, dass die 10 Gebote keine Verbote sind, sondern eigentlich die Voraussetzung für das optimale Zusammenleben zwischen uns Menschen. Und das haben wir untereinander zunehmend auch praktiziert.
Der Samstagabend war dann für uns der Höhepunkt. Es wurde uns vorgelesen, was wir anonym in der Stille auf die Zettel geschrieben haben. Das Hauptthema des Abends: die Vergebung! Theoretisch x mal gehört, aber richtig erlebt haben es viele von uns noch nie. Danach bekamen jeder seine Zettel anonym in einem Kuvert zurück und konnte frei entscheiden, was er oder sie damit machen will.
Angeboten haben die Mitarbeiter uns, dass wir unsere Kuverts an ein großes Holzkreuz heften, welches vorne neben Ihnen stand. Dieses Kreuz trugen wir anschießend schweigend in den Hof zu einem großen Lagerfeuer. Dort haben Sie, Pfr. Knauß und Benjamin Seeland die Kuverts einzeln abgenommen, zerrissen und ins Feuer geworfen. „So wie niemand mehr diese Zettel zusammenfügen und lesen kann, so kann niemand einen für die Schuld verklagen, die bekannt und vergeben ist.“
Das Freizeitprogramm war auch gut: es wurden verschiedene Spiel- und Sportangebote gemacht, spät abends gingen wir immer noch spazieren – obwohl es teilweise ganz schön kalt war. Das Essen war sehr gut und liebevoll zubereitet, Ehepaar Krauß, unseren Küchenchefs ein besonders Lob! Auch ein großes Lob an die 20 Mitarbeiter, die es mit uns ausgehalten haben. Danke auch dass Ihr uns so gut zugehört habt.
Die Freizeit hat dazu beigetragen, dass manche unserer Probleme beseitigt wurden; anderes braucht es noch Zeit.
Wir danken Ihnen, Herr Geiger, dass sie trotz wenig Schlag, uns eine so schöne Freizeit geboten haben. DANKE!!
Wir wünschen uns, dass diese Freizeit, die man so schwer wiedergeben und erklären kann, auch künftig stattfinden kann. Es war für uns eine tolle Erfahrung, hat vielen geholfen eine neue Beziehung zu Gott zu bekommen, als auch zu sich selbst und anderen.
Viele Grüße
Priscilla Ohl, Annabell Hafner
Liebe Konfis,
wir Mitarbeiter wollen uns aber auch noch zu unserer gemeinsamen Freizeit zu Wort melden.
Wir hatten ja Herzklopfen mit einer Truppe von rund 70 Leuten diese Tage zu gestalten. Eure Skepsis haben wir verstanden – es ist einfach schwer zu vermitteln, was wir gemeinsam erleben werden.
Wir alle sind beschenkt (wenn auch sehr müde) nach Hause gefahren. Wir sind bewegt von Eurer Offenheit, sei es auf den berüchtigten Zetteln, sei es in den gemeinsamen Gesprächen oder auch in den Gesprächen unter vier Augen. Wir sind begeistert von Eurem Miteinander und die Rücksicht, die Ihr gelebt habt. Unsere Offenheit war möglich, weil wir erlebten, wie vertrauensvoll Ihr damit umgegangen seid.
So wollen wir Euren Dank einfach erwidern und sagen: habt von Herzen Dank für diese tollen und bewegenden Tage; habt Dank für das Vertrauen, mit dem Ihr uns beschenkt habt und habt Dank für das Miteinander.
Wir bleiben mit Euch verbunden und freuen uns über jede Begegnung, auf die Konfirmation, an der wir Euch begleiten werden und auf das „KENT“, das Konfirmandenerholungsnachtreffen. Und wenn ‚was’ ist, geht auf einen von zu, wir sind für Euch da!
Gott befohlen
Eure Konfi-Mannschaft
Januar 2006