Warum ich glaube


Schwester Ilse Merkel

Zusammen mit einem Bruder und einer Schwester verlebte ich in Langenberg - Gera in Thüringen im bürgerlichchristlichen Milieu eine sehr schöne Kindheit "in der die Welt in Ordnung war".

Durch den beruflichen Wechsel meines Vaters zogen wir nach Erfurt. Dort ging ich zur Schule und wurde in der Thomaskirche konfirmiert. Unser Konfirmations-Pfarrer gehörte der Bekennenden Kirche an und vermittelte uns Glaubensinhalte, die ich lehrmäßig aufnahm.

Nach der Schulzeit durchlief ich eine strenge kaufmännische Lehre. Es war inzwischen der 2. Weltkrieg ausgebrochen. RAD, Luftwaffeneinsatz und das erste Nachkriegsjahr, der Besatzungswechsel in Thüringen zu den Russen, brachten meine Weltvorstellungen immer mehr ins Wanken.

Ich meinte zunächst, im Westen unter der amerikanischen Besatzung würde das Leben wieder lebenswert. Ich ging nach Eschwege/Werra. Aber auch da war es nicht so.

So war der Boden schon vorbereitet, und in einer Evangelisation ging mit das neue Licht auf: Jesus Christus als der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Ich wechselte die Lebensrichtung. Der Weg führte über Nürnberg, dann in einen Dienst in einem Pflegeheim in Rüschlikon/Zürich und zur Krankenpflegeausbildung nach Stuttgart und schließlich in die Christusbruderschaft in Selbitz.

Von da aus war ich Ende der 60er und in den 70er-Jahren im Kinderheim Hoffmannhaus eingesetzt. Die medizinische Betreuung der Kinder und Jugendlichen und ein großer Teil der Verwaltungsaufgaben waren hier mein Betätigungsfeld. Danach übernahm ich immer wieder Vertretungsdienste im Hoffmannhaus, so dass eine starke Verbindung zu Wilhelmsdorf bis heute geblieben ist.

Dankbar bin ich für den Grund und Halt, den der Glaube an Jesus gibt. Oft werde ich von den Tageslosungen und -texten direkt angesprochen. In Nöten, die ich sehe und die mich auch bedrücken, ist mir die offene Tür des Gebets die große Hilfe.

Schwester Ilse Merkel

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