Weihnachten auf der Anklagebank - 29.11.2003

Das Weihnachtspopratorium gastiert in Wilhelmsdorf

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Fotos: Jürgen Schmale


Pünktlich am Samstag, den 29.11.03, um 19.30 Uhr verwandelt sich in Wilhelmsdorf der Betsaal der Brüdergemeinde in einen Gerichtssaal. Auftreten werden Chor, Solisten (Cornelius Beck aus Berlin, Carola Laux aus Essen und Heiko Bräuning aus Wilhelmsdorf) und Instrumentalisten unter der Leitung des bekannten Komponisten Gerhard Schnitter. Dabei gleicht der Handlungsrahmen in diesem Weihnachtspopratorium einer Gerichtsverhandlung. Der Anwalt der Finsternis klagt an: Die Sache mit Weihnachten sei Betrug. Nichts habe sich in der Welt und im Verhalten der Menschen geändert. So wird die Frage gestellt, wo Gott war, als im Irak die Raketen einschlugen, sich in den Weltkriegen die Menschen gegenseitig erschossen usw. Der Anwalt des Lichts verteidigt: Die Umstände der Geburt des Erlösers mitten in der Verlorenheit der Menschen bewiesen, dass tatsächlich die neue Welt begonnen habe.

Es gibt keinen Urteilsspruch. Der Zuhörer kann entscheiden, ob er den Lobgesang des Schlußchores mit anstimmen möchte. Neben den beiden Anwälten greifen weitere Solisten und der Chor in das Geschehen ein. Formal hält sich das Stück an den Aufbau oratorischer Werke mit ihrem Wechsel von Chorgesang und Soloparts. Stilistisch sind Elemente aus der Pop- und Gospelmusik verarbeitet. Aber auch vertraute Weihnachtschoräle wie "O du fröhliche", "Tochter Zion" erklingen - nur auf neue Art und Weise harmonisiert. Alles in allem: musikalisch werden in Schnitters 90 minütigem Werk auch moderne Wege beschritten. Titel wie "Der Friede ist geschlossen", "Wenn ich dies Wunder fassen will" und "Die Windeln als Zeichen der Macht" untermalt von modernen Pop-Klängen und fetzigen Gitarren-Soli, sprechen auch jüngere Zuhörer an. Wem das alles zu modern ist, der konnte sich auf Klassiker wie "O du fröhliche" und "Tochter Zion" freuen. Schnitter hat sein Werk selbst mit den Worten "ein provozierendes Stück, das den Rahmen eines herkömmlichen Weihnachtskonzertes sprengt" überschrieben. Dadurch sollen alle Besucher ein wenig zum Nachdenken bewegt werden.

Ist Weihnachten wirklich die Zeit, in der immer alles so schön in Ordnung ist; oder ist es letztendlich doch nur zu einem Konsumgeschäft geworden. Muss man sich Jahr für Jahr immer wieder auf "Normalität" wie das schöne Weihnachtsessen mit anschließender Geschenktauschaktion einlassen, oder sollte man doch einmal von der "Norm" abweichen und einmal darüber nachdenken, was wirklich geschehen ist? Das Weihnachts-Popratorium regt zum Nachdenken an, hilft, sich auf die Advents- und Weihnachtszeit einzustimmen. Der Eintritt ist frei. Um einen freiwilligen Unkostenbeitrag wird geben. Ab 18.30 Uhr ist Einlass im Betsaal. Das Projekt findet zugunsten des ERF-Hilfsprojektes „Afrika soll leben“ statt. Die Veranstaltung ist ein vorweihnachtliches Highlight für Groß und Klein, für die ganze Familie! Infos unter: 07503 / 930 110



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